Szakcikk gyűjtemény

Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

57 Schauspieler-Dichter während der Darstellung der Promotion in der Rolle des »Argan-Baccalaureus« beim Aussprechen des Wortes >Juro« an einem Blutsturze verschieden war, hatte doch immer noch das Ansehen der Pariser Aerzte und nicht nur der Pariser Aerzte zu leiden, das infolge des Poquelinschen Spottes gewaltig gesunken war. Satire und Karikatur traten das Moliéresche Erbe an, und sogar Leute, wie der stille, gemütvolle Chodowiecki, der die Traulichkeit so sehr geliebt, haben es unternommen, komische Aerzte- figuren mit scharfer Nadel zu ritzen. Bei Holländer, wie bei Peters sind mehrere derartige Kupferstiche wieder­gegeben. Dem Stande war zum grössten Teile der gleissende Nimbus geraubt. Heute können wir sagen: »Mit Recht!« Was hätten wir aber damals gesagt, wenn wir selbst zum Collegium medicum gezählt hätten ?1 — Ich glaube, hier am richtigen Platze eine Erscheinung der französischen Geschichte einflechten zu können, die geradezu vereinzelt in ihrem Wahnwitz, wie in ihrem Segen genannt werden muss. Nachdem schon im vorletzten Jahre des Königtums, wohl infolge der alten erschöpfenden Streitigkeiten zwischen Medizinern und Wundärzten — diese Streitigkeiten lassen sich bis über die Zeit Parés hinauf verfolgen und waren mit ein Grund zu Moliéres Spott — von einem königlichen Kollegium eine neue Medizinalord­nung inauguriert worden, die vom Parlament unter heftiger Bedrohung und Schmähung des Aerztetums harte Behandlung gefunden, wurde am 18. August 1792 von den Revolutionären neben Aufhebung aller medizinischen Lehranstalten die denkbar absoluteste Kurierfreiheit eingeführt.1) Soll man diese unglaubliche Tat fanatischer Laienwut nicht als gereifte Saat betrachten dürfen, deren Körner einst nicht zum kleinsten Teil den Händen Moliéres entfielen und bei den schnell mitgerissenen Romanen fruchtbaren 9 9 Vgl. hiezu und für das Folgende: H. Graack, Kurpfuscherei und Kurpfuschereiverbot. Jena 1906. S. 29—36.

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