Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
40 Vorlesung, kehrte des Hippokrates unsterbliche Bedeutung wieder ans Licht und betonte, dass schon dieser die Heilkraft der Natur als das einzig Wahre erkannt. Bombastisch nannte er sich den ersten Arzt der Welt, »dessen sein Bart und Gauchhaar im Genick mehr erfahren hätten und gelehrter seien als alle gelehrten Schulen und alle Skribenten medizinischer Werket.1) Sein Ansehen kam erst viel später zur vollen Geltung; Und doch muss er schon einen weit verbreiteten Ruf zu seiner Zeit (*J- 1541) besessen haben, sonst würde ihn etwas später Shakespeare kaum neben Galen — eine übrigens paradoxe Zusammenstellung, die sich Theophrast sicherlich nicht hätte gefallen lassen — in seinem Lustspiel »Ende gut, alles gut« angeführt haben.2) Dadurch, dass Paracelsus deutsch lehrte — und schrieb — ging er von vornherein des äusserlich imponierenden Scheines der Zunftgelehrsamkeit verlustig. Ja, man suchte ihm, der auf dem ungewöhnlichen Wege der Erfahrung sein Wissen gesammelt und von den Hochschulen als dem »Garten, da man die Bäume verstümmelt«, nicht viel hielt, das Dasein ziemlich sauer zu machen. Weil er sich nicht an die Kleiderordnung der Aerzte hielt, grossen geistlichen Herren ungeschminkt die Wahrheit sagte und auch vor dem Rat seiner Stadt die Rede nicht zähmte, sich dabei natürlich allerlei Blossen gab, war es leicht, ihn zu verkleinern und zu verleumden. Das muss nicht schlecht gelungen sein; denn er klagt: »Die in den Künsten, wann der Baum nit wer, sie hetten keinen Schatten.« Doch hielt er ungebeugt aufrecht, was er bei seiner vorzüglichen Art zu beobachten und bei seinem scharfen Denken als wahr erkannt hatte, trotz der gegnerischen Bemühungen, ihn zu verdunkeln; so konnte sich auch seine eigene Prophezeiung schön erfüllen: »Wahrhaftig, mehr will ich richten nach meinem Tode wider Euch, denn davor.« Die Tage sind gekommen, wo auch ihm *) Nach Baas, Gesch. d. Med. S. 304. 2) Shakespeare, »Ende gut, alles gut«; 2. Akt, 3. Szene.