Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
41 Gerechtigkeit widerfuhr.1) — Aus seiner Lehre mag folgendes herausgegriffen werden: Salz, Schwefel und Quecksilber bauen den Menschen auf und werden durch den »Archäus« in Wechselbeziehung gebracht; das heisst: Auflösliches, Brennbares und Flüchtiges werden im Organismus durch eine Art »Lebensgeist« zusammengehalten, jenen Lebensgeist, der von nun an das ewig unbekannte X der Alchimisten und Physiologen gebildet, der, wie es oft bedünken will, selbst heute noch, wenn auch unter anderem Namen, durch manchen gelehrten und ungelehrten Kopf flattert. Keine Krankheit ist Paracelsus unheilbar. Zwar darf man nicht immer »Contraria contrariis« (= mit Allopathie) heilen, man müsse gegebenen Falles auch »Similia similibus« (= mit Homöopathie) behandeln. Es sei hier angefügt, dass es gar nicht sehr langer Zeit bedurfte, und man riss diese beiden Methoden der Behandlung, die Theophrastus richtig nebeneinander stellte, auseinander, um bald der einen, bald der anderen den Vorzug zu geben. Dabei wurden Streitereien und Zänkereien geboren, die gelehrt anfingen und niedrig endeten, so dass die Laienwelt Stoff genug bekam, sich über ärztliche Schimpfsucht und Rechthaberei zu gaudieren und schliesslich das Vertrauen auf Allopathie, wie auf Homöopathie verlor. Kann es ja noch heute — selbst in Parlamenten! — erregte Szenen geben, wenn der eine sich zu dieser, der andere zu jener Richtung bekennt. Die Satire als tertia gaudens grinst dazu und sagt — wie der »Simplicissimus« mit einem kostbaren Bilde von Th. Th. Heine seinerzeit bewies:2) »Das ist der ganze Unterschied: bei der Homöopathie stirbt man an der Krankheit, bei der Allopathie an der Kur.« Paracelsus war ein humaner Mann. Als solchen rühmt ihn sein Grabstein (in Salzburg), beweist ihn sein eigenes Wort: »Willst du deinen Nächsten lieben, so musst du nicht sagen, dir ist nicht zu helfen; sondern du x) Siehe Schlegel, Paracelsus. München 1908. s) »Simplicissimus*, Jahrgang VI (1901), Nr. 35.