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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
39 bewussten Mannes, sein Werk blieb bestehen, es war ein Werk der Jugend. Die Wende des 15. auf das 16. Jahrhundert bedeutet in der Geschichte den Beginn der Renaissancezeit mit ihrer Emanzipation vom Dunkel des vorgebeteten Abstrakten zur konkreten Wirklichkeit. In sie fällt auch die für die Heilkunde hochbedeutende Umwälzung der anatomischen Anschauungen durch Andreas Vesalius. Sein Werk gab endlich eine reale Basis, auf der sich in ungeahnt schneller Zeit ein mächtiges Gebäude erhob, das sich überall Ansehen — wenn auch in wechselndem Masse — zu verschaffen wusste. Nur auf Grund der Vesalschen Beobachtungen konnten Physiologie und Pathologie ganz zum Leben gerufen werden — allerdings nicht sofort im heutigen Umfaoge. Demnach ist von Vesals Zeit ab die neue Aera unserer Wissenschaft zu rechnen. Auf der Schwelle zu dieser Aera sehen wir einen wunderlichen Mann stehen, den Philippus Theophrastus Aureolus Paracelsus Bombastus von Hohenheim, einen Zeitgenossen Vesals, der, wie dieser auf anatomischem Gebiet, in der praktischen Medizin reformierend wirkte und Galens Nimbus zerbrach. Er war ein Genie, bekleidete eine Professur, war zugleich wohldotierter Stadtarzt in Basel und stellte so recht einen geraden, derben Vertreter des deutschen Mannes jener Zeit dar. Wie Doktor Martinus war er eine klotzige, starke Natur, die etwas aushielt, aber auch mit Wucht und Grimm dreinzuschlagen wusste. Dass er die ersten deutschen Vorlesungen hielt, ist hinlänglich bekannt. Dabei soll es oft sehr lustig zugegangen sein; denn Paracelsus war »nicht der Mann, sich mit Skrupeln und Aengsten dem etwas leichtlebigen und sinnlichen Zeitgeiste als mehr oder minder starkes Hemmnis in den Weg zu stellen — nicht einmal im Kreise seiner Schüler. Er wusste, was er leistete auf seinem Wissensgebiete und in seiner Kunst; im übrigen wehrte er dem unruhigen, tollen Blute nicht, das in seinen Adern kreiste. Den Galen und Ebn Sina verbrannte er in der