Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
23 Legionen kam er in die verschiedensten Länder, wobei er unaufhörlich in objektivster Art pharmakognostische Studien trieb und sie mit seiner therapeutischen Erfahrung in Einklang zu bringen versuchte. Das Ergebnis dieser Arbeit legte er in fünf Büchern nieder, die sich durch grosse Sorgfalt in Beschreibung und Kritik der einzelnen »Pharmaka« auszeichnen. Als erster führte er auch die chemische Herstellung von Arzneimitteln an, und zwar solcher, die metallischer Natur sind. Fortan war er der erste und bedeutendste Mann, der je in der Heilmittellehre glänzte. Seine Zeitgenossen sollen ihn schon für ein lebendes Orakel gehalten haben, und im Orient — so gibt Neuburger an — erfreut er sich heute noch solcher Verehrung, also einer Art medizinischer Heiligsprechung samt Konsequenz. Wenn man Plinius harmlos glauben wollte, müsste man denken, dass entweder Rom gar keinen Sinn für den ausübenden Arzt oder gar keinen anständigen Arzt besessen. Was zu Catos Zeit und darüber hinaus galt, das tischt Plinius wieder auf: »Die Würde eines Römers erlaubt es nicht, dass er von der Medizin ein Geschäft mache, und Römer, welche sie zu erlernen beginnen, sind feile Ueberläufer zu den Griechen.« Früher war ja wohl »medici servi« ein untrennbarer Begriff, für den man die folgende Wertung hatte: »Da wir einen Schreiber 50 Solidi (— 1050 Mark) wert schätzen, wollen wir dagegen einen Arzt oder eine Hebamme als 60 Solidi (— 1260 Mark) wert annehmen.« Das klingt sehr gnädig, aber wenig freundlich 1 Zu Cäsars Zeit dachte man schon anders und verlieh den Aerzten, selbst griechischen, das Bürgerrecht,*) und gar in der Kaiserzeit stellte man Kreis-, Hof-, Stabs- und Leibärzte an mit *) Das geschah anlässlich einer Hungersnot, als viele Rom fliehend verhessen und plötzlich ein Mangel an Aerzten entstand.