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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

24 glänzenden Gehältern. Ein Kollegium von »Archiatern1) der Stadt« stellte nach Massgabe der Fähigkeiten neue Amtsärzte auf und sorgte, wenn der Prüfling zum »Archiater popularis« taugte, für die Auswerfung eines Gehaltes; denn man sagte: »Sie sollen einen jährlichen Gehalt haben, damit sie lieber ehrenhaft arbeiten, den Armen beistehen, als auf schmähliche Weise vor den Reichen kriechen. Auch ge­statten wir, dass sie für ihre Dienste wohl etwas von Gesunden, die ihnen dies anbieten, annehmen dürfen, nicht aber von solchen, die sich durch Krankheit in Gefahr befinden.« a) Seneca, der mit Kranksein oft zu kämpfen hatte, sagt einmal:3) »Du täuschest dich, wenn du dem Arzte nur einen kleinen Lohn schuldig zu sein glaubst; denn du kaufst von dem Arzte ein unschätzbar Ding: Leben und gute Gesundheit. Deshalb wird diesem nicht der Preis für eine gelieferte Ware, es wird ihm der Wert einer inneren Be­mühung bezahlt; weil er uns dient, und wenn gerufen, seine eigenen Angelegenheiten zu unseren Gunsten im Stiche lässt, so gehört ihm nicht die Bezahlung eines Dienstes, sondern der Lohn eines Berufes.« (»Pre­tium operae solvitur, animi debetur.«) Den Aerzten war Abgaben- und Steuerfreiheit gewährt, man entband sie von der öffentlichen Amts- und Rechts­pflege, ihre Tätigkeit war absolut frei, an keine Vorschrift gebunden. Das hatte seine mächtige Schattenseite, insofern die Geldgier das treibende Moment für viele war, mit und ohne Vorkenntnissen zu »arzten« und leichtgläubige Patienten zu prellen. Namentlich Galen musste diese Beobachtung machen. Wie wir noch sehen werden, hatte er unter dieser *) »Arzt* ist wohl von »Archiater« abzuleiten; »apxiatpoi;« = zu deutsch eigentlich »Erzarzte, »Hauptarzt«. *) Nach Baas, Geschichte der Medizin, S. 113. s) Seneca, de beneficiis, liber VI.

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