Szakcikk gyűjtemény

Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

8 und Nasenchirurgie, Bruchschnitte, ja selbst die Naht am Darme wurden geübt und an Männern wurde bereits der sogenannte »hohe Steinschnitt«, d. h. die Eröffnung der Harnblase über der Beckenfuge vollzogen. Auch der Kaiser­schnitt und die Kindszerstückelung im Mutterleibe sollen aus­geführt worden sein. Puls, Körperwärme, Hautfarbe, Be­schaffenheit der Exkrete, ferner die Stimmkraft und das Geräusch beim Atmen waren für die Diagnose massgebend. — Durch Verordnungen war die Stellung des Arztes gut geregelt; man verlangte aber auch mancherlei von ihm, was heute noch in gleichem Masse gelten mag.1) Wohlgestalt, Liebenswürdigkeit, Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Rücksicht­nahme auf den Kranken, Opferfreudigkeit, stetes Denken; ausserdem sollte er kurze Haare und reine, beschnittene Nägel, wohlduftende Kleider tragen, sollte sein Haus nie ohne einen Stock verlassen oder ohne Sonnenschirm, (Dieser Stock, meint Baas, scheint hier den Anfang zu jenem Brauche zu bilden, der bei den Aerzten der Renaissance so in die Augen fällt und von den Karikaturisten und Malern jener Zeit gerne recht auffällig dargestellt wurde, als Mittel zur Pose und Gravität.) Die Perser zeigten ihre Wertschätzung der Medizin u. a. darin, dass sie eine recht opportune Gebührenordnung für die Aerzte aufstellten, die aber erst an drei Ungläubigen praktisch ihre Kunst beweisen mussten, ehe sie zu Nutz und Frommen der Gläubigen approbiert wurden. Hier wäre auch der chinesisch-japanischen Medizin zu gedenken, die sich bis in die neue, ja neueste Zeit in jener pedantischen, versteinerten Art erhielt, in der sie sich schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden präsentierte.2) Chinesen, mehr noch Japaner, wiesen stets viel praktischen Sinn, jedoch wenig Anlagen zur logischen Ableitung und Ueberführung auf. Dementsprechend ist auch ihre Medizin, die auf die Pulslehre und den Gesichtsausdruck im *) *) Vgl. Baas, Gesch. d. Med., 1876, S. 31. *) Vgl. Neuburger, Gesch. d. Med., 1906, S. 92 u. ff.

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