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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
9 wesentlichen ihre Diagnosen aufbaut. Die Therapie ist recht vielgeschäftig - zwecklos. Der Arzt steht zwar über dem Priester, doch unter dem Lehrer; er gehört dem gemeinen Volke an, ausser er ist Mitglied des Medizinalhofes, was ihm den Mandarinenrang verleiht und ihn an der Regelung des medizinischen Unterrichts teilnehmen lässt. Wer viele Ahnen ärztlichen Standes hat, besitzt beim Volk ein Vorrecht auf Talent und Vertrauen. Das Volk ehrt den Arzt, bezahlt ihn aber schlecht, fordert jedoch hohe ärztliche Ethik, Freigebigkeit, Edelmut und Hingabe an den Kranken. Die japanische Medizin hat vor der chinesischen das voraus, dass sie in allerneuester Zeit von der europäischen völlig über den Haufen geworfen und weitestgehend reformiert wurde. Schmerzlich berührt uns beim Studium der indischen Medizingeschichte die Erkenntnis, dass man — obwohl der Arzt Brahmine sein durfte — ihn dennoch zu den Gewerbetreibenden zu rechnen schien, ihn, der doch ein Künstler sein will und soll. Die Uebersetzung einer Stellex) beleuchtet das: »Die Wünsche der Menschen sind verschieden. Der Fuhrmann verlangt nach Holz, der Arzt nach Krankheiten.« Anderer Ansicht war Homer, mit dem wir nunmehr in das Zeitalter der griechischen Geschichte eintreten; ihm schien der Arzt ein Künstler, wie die Stelle lehrt: ,,Tiq yap bf( £eivov xaAei aAAofrev aütöq erreA&tov MAAAov y’, ei pfj tcov o'i bripioepyol eaöiv, Mavriv t\ ir\rf(pa xaxcov r\ rextova boupcov SH xai ftsömv áoibóv, ő xev tépxr^öiv áeíbcov;“2) *) x) Sie stammt aus der ältesten indischen Urkunde medizinischen Inhalts »Rigveda«; zit. nach Baas, Gesch. d, Med., 1876, S. 30. — Interessant sind auch die Mitteilungen über eine Approbation der indischen Aerzte und ihre Stellung den Scharlatanen gegenüber, wie wir sie angegeben finden bei W. EbsteiD, Scharlatanerie und Kurpfuscher im Deutschen Reiche. Stuttgart 1905, S. 12 u. f. *) Homer, Odyssee XVII, 382—385: »Gehet denn einer wohl aus, und ladet selber den Fremdling. Wo er nicht etwa im Volke durch nützliche Künste berühmt ist,