Szakcikk gyűjtemény

Dr. C. Spamer: Ueber die heutige und die frühere Stellung der Psychiatrie zur Gesammtmedicin

2 dann vorhandenen Collégén kaum noch verständlich sein. Man wird dann als Erklärung dafür nicht mehr die heute wohl noch öfter gehörten Gründe gelten lassen, dass die psychischen Er­krankungen einmal relativ seltene seien, und dass die Fälle weiterhin doch alle gleich in Anstalten, in specialistische Be­handlung, verbracht werden müssten. Diese Gründe haben nur solange einen Schein von Zureichendheit, als man unter „Geistes­krankheiten“ nur die aller ausgesprochensten Formen psychi­scher Abnormitäten versteht, als man die Tausende von Fällen chronischer Störungen, die ohne stürmische Erscheinungen ver­laufen, so dass deren Träger eben noch in der Welt zurecht­kommen können (freilich nicht ohne eine grosse Plage ihrer nächsten Umgebung und oft auch ihrer weiteren, besonders ihrer Aerzte, zu sein), als man diese ausser Auge lässt, und als man ferner keinen AYerth auf die Berücksichtigung (bezw. Erkennung) der Prodromal- und Initial-Symptome der „Geisteskrankheiten“ (d. h. der stürmischer verlaufenden Störungen) legt. In Bezug auf letzteren Punkt muss man ganz besonders der progressiven Paralyse gedenken, welche so oft unter unscheinbaren Sym­ptomen hereinbricht. Lassen wir die Streitfrage ganz bei Seite, ob da, wo die unzweideutigen Erscheinungen der allgemeinen Paralyse vorhanden sind, das ärztliche Handeln noch nennens- werthen Einfluss auf den Kranheitsverlauf üben könne, nehmen wir an, es sei dies absolut gar nicht der Fall, selbst schon zur Zeit der frühesten, noch sehr vieldeutigen Symptome, so blieb dennoch die' Wichtigkeit frühester (Wahrscheinlichkeits- wie Sicherheits-) Diagnose eine eminente. Es ist dann oft genug ohne frühzeitige Erkennung der Gefahr unmöglich, die Ange­hörigen vor vielen und heftigen Aufregungen zu schützen, und den Kranken und sie vor Vermögensverlusten, welche die oft sehr früh auftretende Projectenmacherei und Grossthuerei leider häufig hervorruft. Zudem dürfte aber sich wohl schwerlich jemand getrauen, die Möglichkeit in Abrede zu stellen, dass in den Fällen, wo die Erschöpfungserscheinungen des centralen Nervensystems — die wir in der allgemeinen Paralyse vor uns haben — nicht als Folge consumirender Vergnügungen, sondern als Folge aufreibender Arbeit anzusehen sind, dass in solchen Fällen eine durch den energischen Hinweis auf die drohende Gefahr durchgesetzte Aenderung der aufreibenden Lebensweise, oder ein zeitweiliges Aufgeben derselben, im Stande sein könne, den Eintritt der Consumtionserscheinungen überhaupt hintan-

Next

/
Oldalképek
Tartalom