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Dr. C. Spamer: Ueber die heutige und die frühere Stellung der Psychiatrie zur Gesammtmedicin

3 zulialteu. Freilich muss dann die Massregel auf jeden Fall zur Zeit der ersten ungewohnten Kopfschmerzen, der beginnenden Schlaflosigkeit, der erhöhten sensitiven und psychischen Reiz- barkeit, der ungewöhnlich leichten psychischen und somatischen Ermüdung etc. getroffen werden. Muss man es in verschiedener Rücksicht bedauerlich finden, dass das Studium der sog. seelischen Erscheinungen (der phy­siologischen wie pathologischen) heutzutage unter den übrigen medicinischen Disciplinen noch nicht die Stellung einnimmt, welche seine practische Wichtigkeit — und, fügen wir gleich hinzu, die Rangstufe dieser Erscheinungen, der höchsten zweifel­los unter allen vitalen Phänomenen — erheischt, so kann man doch auch nicht umhin, gleich zuzugestehen, dass die Psychiatrie selbst an diesem Verhältnisse ganz wesentlich die Schuld trägt, allerdings nicht die heutige, aber die frühere. Worin liegt diese Schuld? Darin, dass sich die Psychiatrie selbst geflissentlich bis vor kaum 3 Jahrzehnten von der übrigen medicinischen Welt abschloss. Man hat damals — wie es so oft im Leben und in der Wissenschaft geht — Nütz­liches und Nothwendiges übertrieben und verallgemeinert. Eine gewisse, sogar bedeutende, äussere Verschiedenheit von den ütffi gen Krankenanstalten und eine gewisse Abschliessung der meisten Insassen von der Aussenwelt sind für alle Zeit gebotene Dinge, diese Erfordernisse bedingen, bezw. rechtfertigen, aber keineswegs die gänzliche Isolirung der Anstalten, wie sie früher fast allgemein angestrebt wurde, die Absperrung derselben sogar gegen die medicinische Welt. Aus gefängnissartigen Anfängen entstanden, bildete sich in manchen Anstalten hinter den hohen Mauern ein ganz eigenthümlicher Kastengeist, eine geistige Iso­lirung des Specialfaches von der übrigen Medicin, ein ver­knöcherter Schematismus, welcher in den Rahmen der klinischen Medicin, auch wenn er hineingestrebt hätte, nicht gepasst haben würde. — Wenngleich durchaus nicht behauptet werden soll, dass Griesinger der erste gewesen, der diese Richtung ver­worfen und die klinische auch für dieses Fach angestrebt habe (als er in Folge seiner Berufung nach Berlin zum zweiten male Psychiater geworden war), so gebührt ihm doch das Verdienst, durch sein allerdings zuweilen sehr hitziges Eifern gegen „Irren­hausverwalterei» die Nothwendigkeit klinischer Betrachtungs­und Behandlungsweise der Geisteskranken allgemein fühlbar gemacht zu haben. Es lebt seitdem diese Erkenntniss in den

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