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Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa

8 Columbus Avar am 15. März 1498 ‘in Palos gelandet. Hier trai ihn einige Wochen nachher der Befehl des spanischen Königs­paares, sich behufs persönlicher Berichterstattung nach Barcelona zu begeben, und Mitte April 1493 kam er hier an, natürlich be­gleitet von den Mannschaften seiner Schiffe, die nun mit einem male aus rohen Abenteurern zu nationalen Helden geworden waren. Diaz de Isla, der damals, wie schon bemerkt, Arzt in Barcelona war, erzählt weiter: „Ueber das alles habe ich lange Erfahrung, da ich Personen, die an der neuen Krankheit litten, behandelte, und zwar auf dem Geschwader selbst, das jene Länder entdeckte und worauf viele Kranke ankamen, und da ich Kranke in Barcelona behandelte, die an diesem genannten Uebel litten, früher als der König Karl Aron Frankreich nach Neapel zog ........ und ich könnte manchen Beweis mehr liefern, der aber jetzt ohne ZAveck ist........... Die Indianer von Hispaniola nannten die Krankheit von alters her „Guaynaras“ und „Hipas“ und „Tayuastizas“. An einer anderen Stelle sagt er: „Das Uebel war so abschreckend, so hässlich und furchtbar für das Volk wegen der Pusteln, Schmerzen, Eiterbeulen und Geschwüre, dass es denen, die eá nicht sehen Averden, etwas Unglaubliches sein dürfte. Die damit behafteten Personen litten in den ersten Jahren sehr viel durch seine Bösartigkeit, bis man einige Geheimnisse des Quecksilbers entdeckte, das einigermaassen Hülfe brachte.“ Die Vertreter der Meinung, die Syphilis sei eine alteuropäische Krankheit, glauben die Angaben des Diaz de Isla dadurch zu ent­kräften, dass sie seiner Schrift einige angebliche Thorheiten auf­bürden, so unter anderem, er habe gesagt, Kohl sei durch das Aufhängen der Wäsche syphilitischer Menschen in einem Garten ebenfalls syphilitisch geworden.1) Hiergegen ist zuerst zu erwidern, dass die betreffende Stelle garnicht so lautet, sondern nach der Uebersetzung R. Brehm’s (p. 126), der das Original vor sich hatte, so: „Die Krankheit war so ansteckend, dass man sie sogar an den Ge­wächsen beobachtete, denn in meiner Vaterstadt Baeza in Andalusien sah ich, dass in den Gärten, Avorin sich Wasserbehälter befinden, in denen man die Wäsche der Inficirten gewaschen hatte und mit welchem Wasser man die Gemüse begoss, die Gewächse von Pusteln aufschwollen, besonders der Kohl, der von Aveitem dadurch weisslich erschien; und die Pusteln sahen so natürlich aus, dass die Buhen sie mit Scheeren ausschnitten. ohne die Pustel selbst zu berühren, sie dann mit Speichel benetzten und sich in’s Gesicht klebten; und sie erschienen den Leuten so natürlich, dass diese Gott anriefen in der Meinung, es seien wirkliche Pusteln.“ Sodann aber hat man in unserer Zeit erfahren,2) dass es wohl angeht, Infectionsgifte auf pflanzliche Nährböden zu übertragen. Es liegt also etwas so Ungeheuerliches in der Angabe des Diaz de Isla nicht. Und zugegeben — was das nächstliegende ist — seine Kohlbeobachtung war eine Phantasie, so ist das noch lange *) *) Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte. 1885. II. 176. -) Sander, Ueber das Wachsthum \'on Tuberkelbacillen auf pflanz­lichen Nährböden. Arch. f. Hyg. 1893. XVI, 238.

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