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Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa

9 nicht ausreichend, nun auch die übrigen Angaben des Verfassers werthlos zu machen. Wäre das die Folge davon, dann gäbe es überhaupt keinen medicinischen Schriftsteller der früheren Jahr­hunderte, den man ernst nehmen könnte, denn bei ihnen allen findet man ähnliche und noch viel grössere Naivitäten. So wurde die Seuche im Jahre 1493 und 1494 in Spanien ausgebrütet, am Ende dieses Jahres nach Süditalien verschleppt und hier in grossem Umfang der europäischen Menschheit ein­geimpft. Karl VIII. von Frankreich zog im Herbst 1494 nach Süd­italien, um den König von Sicilien zu bekriegen; im Februar 1495 nahm er Besitz von Neapel. Um dieselbe Zeit wurden von Spanien Hülfstruppen gegen ihn entsandt. Das Kriegsglück beider Heer­lager war wechselnd, aber das machte keinen Unterschied für den weiblichen Theil der Bevölkerung, der nach dem damaligen Ge­wohnheitsrechte der Kriegsführung stets die Beute des Siegers war. Das erklärt uns, warum mit einem mal die Seuche in und um Neapel bei beiden Heeren und bei der Bevölkerung auftrat. Die Franzosen mussten Neapel zu Ende Mai 1495 verlassen, sie zogen theilweise zu Lande nach Frankreich zurück, überall auf ihrem Zuge die Seuche ausbreitend. Mal de Naples nannten sie sie, weil sie im neapolitanischen Gebiete davon befallen worden waren. Mal francese nannten sie die Italiener, weil die Franzosen auf ihrem Durchmarsch nach dem Norden sie ihnen gebracht hatten. Diaz de Isla giebt hierüber eine etwas abweichende Dar­stellung. Er sagt: „Als Karl VIII. in Italien einfiel, hatte er viele spanische Söldner in seinem Heer, und diese inficirten das französische Lager. Die Franzosen wussten nicht, woher das geschah und glaubten, sie vertrügen das Klima des Landes nicht.“ Für unsere Betrachtung ist es gleicligiltig, ob die Spanier, die mit Karl vom Norden her kamen, oder die, welche unter Gonzalvo de Cordoba vom Westen heranzogen, die Träger des Giftes waren, oder wahrscheinlich beide. Neapel und seine Umgebung ist der Punkt, wo es den übrigen Nationen mitgetheilt wurde, nachdem es zwei Jahre früher in Spanien erschienen war. Ein zweiter zeitgenössischer Zeuge ist Gonzalvo Hernandez aus Oviedo, meist Oviedo allein genannt. Die spanische Re­gierung schickte ihn 1513 nach Haiti (Hispaniola) als Oberaufseher der Gold- und Silberbergwerke. Er schrieb eine Historia general y natural de las Indias occidentales als Bericht an Kaiser Karl V., die zuerst 1525 gedruckt wurde. Oviedo war nicht Arzt, allein durch sein Amt und seinen zehnjährigen täglichen engen Verkehr mit den Eingeborenen, die bekanntlich von den frommen Spaniern getauft und dann zu Sclaven in den Bergwerken gemacht worden waren, war er so geeignet wie einer, ihre Krankheitszustände kennen zu lernen. Diese Insel, worauf Columbus bei seiner ersten Reise längere Zeit verweilt hatte, hat die Grösse etwa des Königreiches

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