Szakcikk gyűjtemény
Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa
7 fünfzig Jahre gewüthet hatte, da zeigte sie ein Nachlassen und stieg sie zu den im Verhältniss milden Formen herab, die sie gegenwärtig noch hat. Woher war sie gekommen? Wer hatte den ersten Funken dieser Feuersbrunst nach der alten Campania felix hingeworfen? Ich übergehe, was die Zeitgenossen von der eigenartigen Constellation einflussreicher Gestirne, von dem Einfluss zweier Mondfinsternisse oder von der absichtlichen Zuchtruthe Gottes redeten. Das viel behauptete Entstehen der Syphilis aus der Lepra ist für unsere heutige Erkenntniss nicht viel weniger unverständlich. Es bleibt als dunkele Deutung nur übrig: Der altbekannte Schanker entwickelte sich mit einemmale aus uns gänzlich unbekannten Gründen zur epidemischen und bald panendemischen Syphilis. Aber andere Zeugnisse liegen vor. Rodrigo Ruiz Diaz de Isla war 1498 Arzt zu Barcelona in Spanien. Er schrieb 1510 oder 1521 eine längere spanische Abhandlung über die neue Krankheit, die 1589 zuerst gedruckt wurde. Das Buch erschien unter königlicher Genehmigung und nachdem es durch die ärztlichen Behörden (Protomedici) durchgesehen und an, einigen Stellen verbessert worden war. Es enthält folgende für unser Thema wichtige Stellen: „Erstes Capiteh Ueber den Ursprung und die Entstehung dieses Morbo serpentino von Hispaniola und wie es entdeckt wurde , und von seinen eigentlichen Namen. „Der göttlichen Gerechtigkeit hat es gefallen, uns eine bisher unbekannte, ganz neue Krankheit zu schicken, wovon in den Büchern der Heilkunde bisher keine Redo Avar. Es ist die Serpentinkrankheit, die sich 1498 ,in der Stadt Barcelona zeigte. Diese Stadt wurde zuerst angesteckt, nachher ganz Europa und später die ganze bewohnte Welt. Die Krankheit hatte ihren Ursprung von alters her in der jetzt Hispaniola genannten Insel, so wie das durch allgemeine und sichere Erfahrung bekannt ist. Diese Insel wurde entdeckt und benannt von dern Admiral Christoph Colombus, der amtliche und andere Beziehungen zu den Eingeborenen unterhielt. Die Krankheit ist ansteckend, und darum wurden sie (d. h. die Leute des Columbus) natürlich von ihr befallen, und sie erschien bald auch auf der Flotte; und da - sie bisher von den Spaniern niemals erfahren oder gesehen worden war, so schob man sie auf die Strapazen der Seereise und auf andere Ursachen, so wie es gerade jedem richtig erschien. Zur Zeit nun, als Columbus in Spanien wieder ankam, residirten die katholischen Majestäten in Barcelona, und als er hier den Bericht über seine Reise und seine Erlebnisse zu geben hatte, begann bald die Stadt inficirt und diese Krankheit in ihr verbreitet zu werden, wie wir das seither durch ausgedehnte Erfahrung kennen gelernt haben. Und da es eine neue und fürchterliche Krankheit war, so gaben sich die, welche davon erfuhren, an’s Beten, Fasten und Almosengeben, damit unser Herr sie davor behüte, einem solchen Uebel zu verfallen.“ Diaz de Isla erzählt ferner, bei dem Steuermann Rinzon der Santa Maria, einem der drei Schiffe des Colombus, habe sich auf der ersten Rückfahrt ein Uebel gezeigt, das „Glieder und Gelenke mit furchtbaren Schmerzen peinigte und die Haut mit entsetzlichem und eigenartigem Ausschlage bedeckte“.