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Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher

11 zu schreiben, läßt auf den ersten Blick seine Manuskripte mit unleserlichen Hieroglyphen bedeckt erscheinen, und dieser Umstand mag im Verein mit der Sorglosigkeit der ersten Besitzer wohl dazu beigetragen haben, daß ihr Inhalt sehr langsam und un­vollkommen bekannt wurde. Am bekanntesten von allen Schriften Leonardo's ist die Abhandlung über die Malerei Wir lernen aus derselben, daß Leonardo bei seinem künstlerischen Schaffen nicht un­bewußt der Eingebung seines Genius folgte, sondern erst nach reiflicher Ueberlegung und sorgfältigen Studien an das Werk ging. Nach seiner Ansicht verdient der Maler das höchste Lob, der die Körper auf der ebenen Fläche seiner Tafel so dar­zustellen vermag, daß dieselben möglichst erhaben und abgerun­det erscheinen. Nur die unverständige Menge legt das Haupt­gewicht aus Farbenpracht. Darum sucht er auch seine Schüler in alle Geheimnisse der Perspective, die er das „Steuerruder der Malerei" nennt, einzuweihen. Und heute noch können wir dem Anfänger den Begriff der Linearperspective nicht besser deutlich machen als mit den Worten Leonardo's: „Nehmet eine Glastafel und befestigt sie lothrecht zwischen einem Auge und dem Gegenstand, den Ihr zeichnen wollt; dann tretet um zwei Drittel eures Armeslänge von der Glastafel zurück, haltet euren Kopf ruhig, ohne Bewegung, schließt ein Auge und zeichnet alles, was ihr durch das Glas sehet." Nach dieser Vorschrift erhält man in der That auf die einfachste Weise das richtig nach den Regeln der Linearperspective gezeichnete Bild. Zur naturgetreuen Darstellung eines Gegenstandes genügt aber nicht allein ein richtiges Verhältniß der Linien, auch die Farbe muß der Entfernung gemäß abgestust sein. Denn je weiter die Gegenstände entfernt sind, desto dickere Luftschichten schieben sich zwischen sie und den Beschauer ein, und um so mehr ver­lieren die Farben an Glanz und Helligkeit, die Umrisse an Schärfe und Deutlichkeit. Außer den Grundsätzen für die (489) I

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