Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)

Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - I. Normale Formen

81 neben der Metrophlebitis, oder wird später durch die Resorp­tion eines septischen Exsudates veranlasst. Sie ist der Dia­gnose durchaus unzugänglich, falls nicht die Inguinaldrüscn oder die Lymphgefässe des Schenkels mitergriffcn sind. §. 65. Aus der gegebenen Darstellung crgiebt sich zur Genüge die grosse Mannigfaltigkeit der Gestalten, unter denen die Metrophlebitis in verschiedenen Epideniieen und bei verschiedenen Individuen auftreten kann. Die Abweichungen werden begründet durch die Verschiedenheit des ursprüngli­chen Ivrankheitscharacters, die grössere oder geringere Ver­breitung der Phlebitis, die Verschiedenheit der conibinirten primären Entzündungen, den früheren oder späteren Eintritt der Eiterinfection, oder das Ausbleiben derselben, die Form des secundären Fiebers, das Fehlen oder Vorhandensein der secundärcn Abscesse und Entzündungen, den Sitz, die Zahl derselben und die Reihenfolge, in der sie erscheinen. Die Metrophlebitis hat das Eigentliümliche, dass, die seltenen Fälle abgerechnet, wo die Genesung erfolgt, ohne dass es zur Eiterinfection kommt, ihr Verlauf wesentlich durch die Aufnahme ihres Productes in die Blutmasse bestimmt wird. Diese geschieht in der Regel sehr rasch, oft schon in 24 Stunden und es ist dann nicht allemal leicht zu entscheiden, was Folge der primären oder der secundären Blutskrankheit sei. Wegen der Leichtigkeit, mit welcher die Eiterinfection zu Stande kommt, ist auch die Prognose bei dieser Form des Kindbettfiebers selbst für die gelinderen Grade derselben im­mer zweifelhaft; der Tod wird in den meisten Fällen durch die secundären Affecte herbeigeführt, während der eigentliche Krankheitsprocess als solcher bereits verlaufen sein kann. Et­was Specifisches lässt sich in der Wirkung des hier gebilde­ten Eiters nicht erkennen. Ist es einmal zur Eiterinfection gekommen, so endet die Krankheit in der Regel mit dem Tode. Dieser erfolgt ent­weder unter typhösen Symptomen, wobei die localen Wirkun­gen der Eiterinfection entweder ganz fehlen, oder doch nur in geringerem Grade vorhanden sind. Oder es tritt ein hcctischcs Fieber ein; dann fehlen selten secundäre Abscesse oder Ent­zündungen, die entweder durch ihren Sitz in inneren wichtigen Litzmann, Kindbettfieber. ß r 1

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