Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)

Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - I. Normale Formen

79 Abschuppung· der Epidermis endet. In anderen Fällen bilden sich, vorzugsweise auf dem Hűeken der Hände und Füsse schmerzhafte, dunkelrothe, oft nur kreuzergrosse Anschwellun­gen. Sie zeigen sich in der Regel erst gegen das Ende der Krankheit und sind von übler Vorbedeutung. Die Prognose ist um so schlimmer, je ausgebreiteter und dunkler gefärbt sie sind. Selten sind sic blass und wenig empfindlich. Bisweilen entstehen ohne vorhergehende Rőtbe und son­stige Entzündungssymptome zahlreiche, begränzte, eiterige Ex­sudationen auf der Haut, wodurch die Epidermis zu Pemphigus- ähnlichen Blasen erhoben wird, die später zu hornartigen Schorfen eintrocknen. Auch einen Ausbruch von Furunkeln hat man in einzelnen Fällen beobachtet. Bemerkenswerth ist die bald mehr, bald weniger ausge­prägte icterische Färbung der Haut, welche die höheren Grade der Eiterinfection zu begleiten pflegt. Der Icterus ist oft sehr intensiv und entwickelt sich ohne ein nachweisbares Leiden der Leber, er scheint vielmehr von einer directen Umwandlung der Blutbestandtheile durch den Eiter abhängig zu sein. Un­richtig ist die Behauptung Helm’s, dass er nur nach wieder­holten Frostanfällen eintrete und immer mit metastatischen Absces- in den Lungen verbunden sei. Er kommt im Gegentheile auch ohne dieselben vor und, wenn die Krankheit mit typhösen Symp­tomen verläuft. §.64. Neben den Venen des Uterus ist in der Regel noch das eine oder das andere der Gebilde des Sexualapparates mit af- ficirt- Unter 90 Fällen von Metrophlebitis fand Tonelle die­selbe nur achtmal ohne solche Complicationem Sic gehen wohl in den meisten Fällen aus der primären Blutcrasis her­vor, können aber auch secundär entstehen, so wie umgekehrt manche der oben angeführten, gewöhnlich secundären Erschei­nungen bisweilen primären Ursprunges sind. Die Diagnose in dieser Beziehung ist, wie schon bemerkt worden ist, oft sehr schwierig. Die Entzündung des Peritonäums begleitet nicht selten als primäre Affection die Metrophlebitis und zwar vorzugs­weise die sthenische Form derselben. Die Schmerzen sind dann

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