Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)

Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - I. Normale Formen

73 es scheint vielmehr, als ob dem Blute selbst durch eine geringe Bei­mischung· von Eiterzellen eine Neigung· zu fascrstofügen Ausschei­dungen mit rascher Umbildung in Eiter mitgetlieilt würde. Seltener organisirt das Exsudat sich nur unvollkommen, oder zerfällt jau­chig ; letzteres ist nicht nothwendig von einem jauchigen Producte in den Uterinvenen abhängig. Die Exsudation tritt oft gleich ursprünglich mit entzündlichen Symptomen, mit Schmerzen u. s. w. ein; in anderen Fällen ruft sie erst durch die Schnelligkeit und Stärke des Ergusses eine reactionäre Entzündung hervor und wird dadurch ein Grund zur Unterhaltung und Steigerung des Fiebers. Die eiterige Exsudation erscheint als kritisch, wenn sie entweder ohne alle Entzündungssymptome in Secre- tionsorganen auftritt, oder in äusseren Theilcn vorkommt, deren Affection das Leben nicht gefährdet, und mit ihr die krank­hafte Disposition des Blutes erloschen ist. Die Ursachen, weshalb die Eiteraufnahme in’s Blut in dem einen Falle durch Blutsgerinnungen, in dem anderen durch exsudative Entzün­dungen und eiterige Exsudationen sich kund giebt, sind uns durchaus unbekannt. Vermuthlich erfolgt hei letzteren immer eine Auflösung der Eiterzellen in der Blutmasse, so dass sie aufhören, ein Hinderniss für die Circulation zu sein. Der Ein­fluss des Genius epidemicus ist dabei nicht zu verkennen. Eben so ist der Sitz der Affection grösstenthcils von demselben abhängig. Die Unterscheidung der secundären, durch die Eiterinfec- tion bedingten, entzündlichen Exsudationen von den combinirten Entzündungen, die aus der primären Blutcrasis entsprungen sind, ist oft sehr schwierig. Weder die Symptome an und für sich, noch der anatomische Befund geben genügenden Aufschluss. Wesentlicher für die Diagnose ist der Sitz, indem manche Organe gar nicht, andere nur höchst selten primär afficirt werden. Für ein secundäres Leiden spricht ferner der spätere Eintritt, so wie das Vorhandensein der sonstigen Zeichen ei­ner Eiterinfcction, namentlich des hectischen Fiebers. Im All­gemeinen sind die combinirten Entzündungen ausserhalb des Sexualapparates hei Metrophlebitis weniger häufig, als bei den übrigen Formen des Kindbcttficbers. 57. Am seltensten erscheinen die secundären Exsu-

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