Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)

Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - II. Anomale Formen

97 eine schleimig purulente Flüssigkeit stossweisc in bedeutender Menge ausgeworfen. Grosse Abgeschlagenheit, Eingenommenheit und Betäubung des Kopfes, Ohrensausen sind schon frühzeitig vorhanden, das Gesicht ist eingefallen, bleich oder umschrieben geröthet, die Augen matt und traurig, oder wild, glänzend, die Antworten werden mürrisch, mit langsamer oder ungewöhn­lich hastiger Stimme gegeben. Das Fieber ist sehr heftig und nimmt bald einen asthenischen Character an, der Durst ist un­auslöschlich, die Haut brennend heiss, oder mit reichlichen, klebrigen, oft kalten Schweissen bedeckt. Gewöhnlich besteht neben dem Leiden der Respirationsorgane eine schwache Ent­zündung im Peritonäum oder auf der Uterinschleimhaut, die aber durch jenes in den Hintergrund gestellt wird, bisweilen aber auch gegen das Ende der Krankheit das Uckergewicht erlangt. Die Prognose ist bei dieser Form des Kindbettfiebers immer sehr schlecht, die meisten Kranken sterben bald durch Suffocation. Vili. Kindb et tf i eb er mit vorwaltendem Leiden der äusseren Haut. §. 76. Das Localleidcn erscheint entweder als erythe­matose, oder phlegmonöse Entzündung. a. Erythematose Form. Purpura puerperalis. §. 77. Sie beginnt, wie die übrigen Formen des Kind­bettfiebers, in der Regel am 2. bis 3. Tage nach der Entbin­dung mit einem mehr oder minder heftigen Frostschauer. Das Fieber hat nur selten den sthenischen, gewöhnlich den asthe­nisch - crethischen oder torpiden Character, der Puls ist äusserst frequent, weich, anfangs noch voll, wird aber bald klein und schwach. Die Kranken sind unruhig, reizbar oder matt und niedergeschlagen, die Haut ist brennend heiss, der Durst sehr gross, die Lochien fliessen in gehöriger Weise, die Milchsecretion ist öfters vermindert oder ganz unterdrückt. Bisweilen schon am 1., gewöhnlich aber erst am 2. oder 3. Tage der Krankheit bricht unter steigender Fieberhitze und Ermattung das Exanthem aus, in Form rother, unregel­Litzmann, Kindbettfieber. Φ l

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