Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
34 figsten im Wochenbett vor, wird in der Regel für eine Peritonitis ausgegeben,, ist aber, dem Wesen nach, mit dem sogenannten Schleim - und Nervcnficber identisch, hat ihren Sitz auf der Schleimhaut des Nahrungscanals , und ergreift das Peritoneum secundär. Wir werden sie unten näher kennen lernen. Der sub Nro. i2 genannte Puerperal - Typhus ist ein auf der Darmschleimhaut verlaufender typhöser Prozefs, der durch das Wochenbett in so fern modificirt ist, als er häufig Ergiefsungen in die Bauchhöhle droht, oder wirklich zur Folge hat. Auch diesen werden wir unten genau kennen lernen. §. 10. Aus dem bisherigen sehen wir nun, dafs einige im Wochenbett vorkommende Krankheiten demselben eigenthümlich sind; dahin geboren das Milclifieber, wenn es sich anders zur Krankheit steigert, die Phlebitis uterina und die Putrescenz des Uterus, und dafs andere im Wochenbett sehr häufig vorkommende Krankheiten demselben zwar nicht ausschlie- send eigenthümlich sind, aber durch den physiologischen Zustand der Wöchnerin einen modificirten Verlauf nehmen; und wir werden später sehen, dafs die eigentlichen Wochenbettkrankheiten nicht selten mit den Krankheiten der zweyten Reihe in Complication treten. Dabey mufs es auf den ersten Augen- . blick merkwürdig erscheinen, dafs man nicht jene Krankheiten, welche dem Wochenbett eigenthümlich sind, nämlich die Phlebitis und die Putrescenz des Uterus als die Kindbettfieber katexogen bezeichnet