Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)

Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber

35 hat, sondern dafs das , was gewöhnlich Kindbettfie­ber genannt wird, entweder Enteropyra oder Ente- rotyphus ist, sohin Krankheiten, die häufig auch ausser dem Wochenbett Vorkommen. Der sehr na­türliche Grund davon liegt aber darin, dafs man die Putrescenz und Phlebitis des Uterus erst in der neue­ren und neuesten Zeit kennen lernte, ihre Anwesen­heit, wenn sie mit dem sogenannten Kindbettfieber complicirt oder selbst der Grund derselben waren, leicht übersah, während man sich nur an das Exsu­dat in der Bauchhöhle hielt; und weil die Enteropyra bey weitem am häufigsten im Wochenbett vorkommt. Uebrigens hat man die Enteropyra eben so gut über­sehen, wie die Phlebitis und Putrescenz des Uterus und es werden noch jetzt manche Geburtshelfer den Staab wegen medizinischer Ketzerey über mich bre­chen, wenn ich die Behauptung aufstelle, dafs im Durchschnitt unter 100 sogenannten Puerperal - Fie­bern, abgesehen von den Fällen der Phlebitis und der Putrescenz des Uterus, das Peritoneum noch nicht lO mal primär leidet, aber mehr als 90 mal durch einen von der Darmschleimhaut ausgehenden pyrösen oder typhösen Prozefs secundär ergriffen und zu Ausschwitzungen veranlafst wird, Ich werde aber den Beweifs für meine Behauptung nicht schul­dig bleiben. Da nun von den oben aufgeführten im Wochen­bett vorkommenden Krankheiten nur die Phlebitis und Putrescentia uteri, ferner die Puerpcropyra und der Puerpcrotyphus mit dem gemeinsamen Namen Kindbetlficber belegt werden, so wären auch nur diese 3*

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