Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
26 grofse Neigung zum intermittirenden Typus, und den meisten Wechselfiebern liegt der pyröse Krank- heits-Prozefs zu Grund. Zu Zeiten, wo intensive Wechselfieber - Epidemieen herrschen, werden die Thiere häufig von der Carbunkel-Krankheit befallen. Die Pyren gedeihen vorzüglich in feuchter Luft, bey negativer Luft-Elektrizität, und wenn die Atmosphäre sehr arm an Carbon-Säure ist, weil unter solchen Umständen das kohlensaure Gas zersetzt, in Kohlenoxyd-Gas verwandelt ist, welches sich mit dem Wasserstoff des gleichfalls durch Luft-Elektrizität zersetzten Wassers zu einem eigenen Krankheitsgift verbindet; welches einerseits der Moder-Säure, Humus, anderseits den Fettsäuren sehr nahe steht. Sümpfe und frisch aufgebrochenes Erdreich dünsten ein ähnliches Krankheitsgift aus. Mehrere Pyren entwickeln sich schon in feuchter Zimmerluft, namentlich in Findelhäusern. Die Erzeugung des Krankheitsgiftes wird in Communen, Spitälern, Entbindungshäusern, Casernen etc. sehr begünstigt. Am häufigsten kommen die Pyren an Seen, Flüssen, selbst an Bächen vor. Die Küsten der Nordsee und des teutschen Meeres, sowie die Süfswasser-Bassin der Schweiz sind sehr reich an Pyren. Als Glieder dieser Familien kennen wir die Ophthalmia neonatorum (Ophthalmopyra neonatorum) die Ophthalmia epidemica, (Ophthalmopyra epidemica) den Soor (Stomapyra), die Aphthen, den Croup, die Bronchitis maligna, den Keuchhusten, die Masern, die Pneumopyra oder sogenannte nervöse Lungenentzündung, die Gasteropyra neonato-