Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

II. Teil. Über den Wert der Intubation bei sonstigen mit Stenose der oberen Luftwege einhergehenden Erkrankungen

Papilloma laryngis. 11. März. Bereits fieberfrei, an der angedeuteten Stelle bloß Knistern. Bei verschlossener Fistel atmet er gut. 17. März. Laryngoskopischer Befund: Kehlkopfeingang läßt außer gering­gradiger Röte und Schwellung nichts Außergewöhnliches erkennen. Beim Intubations­versuche kann die für 7 jährige dienende Tube mit Leichtigkeit eingeführt werden. Kehlkopfwunde in Ordnung. Hierauf begegnet die Intubation keinen Schwierigkeiten, bis endlich am 3. Mai 1905 auch die Kanüle entfernt wird, nachdem der Kranke vorher längere Zeit hin­durch bei zugestopfter Kanüle ruhig atmete. Er atmet nun ohne Kanüle und ohne Tube, bloß jeden zweiten bis dritten Tag erscheint die Intubation für die Nacht erforderlich. 23. Juni. Kehlkopfbefund: Eingang und obere Partie frei, Stimmritze ziemlich breit, das rechte Stimmband bewegt sich etwas träge. Die Exkursionen des linken Stimmbandes, sind vollkommen normal. Kehlkopfschleimhaut im allgemeinen ge­schwollen, insbesondere in der subglottischen Partie, umschriebene (geschwulstförmige) Anschwellung zeigt sich nicht. Die Intubation wird nunmehr in verschiedenen Zeiträumen notwendig, vorerst jeden zweiten bis dritten Tag für die Nachtzeit, später wöchentlich einmal und seit Anfang 1906 in 10—14 Tagen einmal. Sonst stets freie Atmung. All­gemeinbefindengut (Fig. 102). Stimme heiser, doch ganz gut vernehmbar. Laryngoskopische Untersuchung am 4. Januar 1906: Epiglottis etwas geschwollen; das rechte Stimmband ist fixiert, die rechte Kehlkopfhälfte vollkommen unbeweglich, die Stimmritze 3 mm breit. Die Schleimhaut ist geschwollen, in der vorderen Com- missur eine hanfkorngroße, umschriebene Schleimhautverdickung. Laryngoskopischer Befund am 22. Juni (Fig. 103): Der Eingang frei, die Schleimhaut blaß. Das rechte Stimmband fixiert, das linke frei beweglich; Stimmritze fast 5 mm breit von der Form eines unregelmäßigen Dreiecks. Von Zeit zu Zeit ist für die Nachtzeit noch immer eine Intubation notwendig. 191 6. Kapitel, Papilloma laryngis. Bei der eingehenden Betrachtung des Intubationsverfahrens in seiner Abhandlung über Larynxpapillome und deren Therapie gelangt Jurasz in dem großen laryngolischen Sammelwerke Hey mann s zu der Schluß­folgerung, daß dieser Eingriff in solchen Fallen als wenig Erfolg verheißendes und dabei leicht verhängnisvolles Verfahren am besten überhaupt zu ver­meiden sei, — und wenn wir uns auch der Einsicht nicht verschließen können, daß diese Anschauung Jurasz’ einigermaßen zu Recht besteht und die meisten Autoren mit mir vereint bei der Behandlung der Papillome für die systematische Anwendung der Intubation kaum schwärmen und, wie wir sehen werden, wreder die klassische Intubation, noch die nach dem Intubationsprinzip konstruierten verschiedenen Instrumente irgend­welche besonderen Resultate förderten: so muß ich im Rahmen dieser Monographie dennoch der nach dieser Richtung bestehenden Bestrebungen eingedenk sein, weil sich mehrere1) und darunter hervorragende Fach­kollegen mit dieser Frage eingehend befaßt haben. !) Baldwin, Bonain, Brown, Cheatham, Delavan, Egidi, Frankenberger, Lefferts, Lichtwitz, Lohshofer, Luc, Massei, Petersen, Ranke, Raynar, Rosenberg, Sargnon, Schaller, Seifert, O' Dwyer, Wilson. Fig. 103.

Next

/
Oldalképek
Tartalom