Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

II. Teil. Über den Wert der Intubation bei sonstigen mit Stenose der oberen Luftwege einhergehenden Erkrankungen

auffallend erweiterte Luftröhre vorgefunden wird. Das Narbengewebe füllt die Kehle in einer Ausdehnung von ungefähr 2 cm vollkommen aus und reicht vom unteren Drittel des Schildknorpels bis zum Niveau des unteren Randes des ersten Trachealringes. Der Ringknorpel ist im massigen Narbengewebe gänzlich auf- gegangen und ist nicht zu finden. Deshalb entschließen wir uns zur Resektion des Kehlkopfes und beginnen die narbige Partie auf beiden Seiten loszulösen, was in dem narbigen Gewebe nicht ohne Schwierigkeit und namhafte Blutung gelingt. Nachdem dies vollbracht, so wird die Luftröhre, von der unterhalb der Narbe bereits normalen Schleimhaut ausgehend, quer durchgetrennt; in die Speiseröhre wird ein dickes Bougie eingelegt, über dem das Umgehen und Loslösen der Kehle ziemlich leicht vor sich geht. Wir gehen vollkommen extralaryngeal vor. Die Lospräparierung der Schilddrüsenteile, so­wie das Ablösen der hin­teren Fläche des Ring­knorpels von der Speise­röhre gelingt ganz leicht. Sobald wir das Niveau der Schildknorpelmitte erreich­ten, steht bereits so viel Kehlkopf lumen zur Ver­fügung, daß der obere quere Durchschnitt der Resektion hergestellt werden kann, weshalb der Kehlkopf dort, die Knorpel inbegriffen, quer durchgetrennt wird. Zufolge der Retraktion der Stümpfe beträgt der Defekt 3 y2 cm. Die Resektions­enden werden mit Korn­zangen erfaßt, aneinander gezogen und der Tracheal- stumpf mit dem Kehlkopf­stumpfe circulär vernäht. In den Tagen nach der Operation abendliche Tem­peraturerhöhungen von 38,2 bis 38,5 °. Sehr starke Bronchitis. 18. Februar. Die für die Kanüle angelegte schmale Öffnung unter der Naht ist infolge der Durchreißung der schmalen Trennungs­brücke mit der vorne ver­eiterten Querwunde zusammengeflossen, so daß die Kanüle nach oben rutscht. Die circuläre Naht ist vorne auseinandergegangen. Links hält die Seitennaht ganz gut, rechts eine kleine Diastase der Wundränder. Die Kanüle drückt die vordere Luft­röhrenwand etwas zurück, weshalb eine Z>wptq/-Kanüle eingelegt wird, durch die Patient auch durch den Mund gut atmet. Die äußere Öffnung bleibt unverschlossen. Für die Nachtzeit wird die Dupuy-Kanüle mit der gewöhnlichen vertauscht. Die Wunde granuliert schön und vom 28. Februar an atmet der Kranke 3 Tage hindurch tags und nachts bei verschlossener Dupuy-Kanüle. 4. März. Intubationsversuch. Die für 12jährige bestimmte Tube geht leicht durch. In der Frühe des nächsten Tages Extubation, nach einer Viertelstunde mußte jedoch wegen plötzlich auf getretener Asphyxie wieder die Kanüle eingelegt werden. Am nächsten Tage neuerliche Intubation, die nach 24 Stunden versuchte Ex­tubation gelingt jedoch nicht, es mußte deshalb wieder die Kanüle eingelegt werden. Weitere Intubationsversuche werden vorläufig unterlassen, weil eine katarrhale Entzündung des linken Unterlappens dazwischentrat. 190 Über den Wert der Intubation bei sonstigen Stenosen. Fig. 102.

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