Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

II. Teil. Über den Wert der Intubation bei sonstigen mit Stenose der oberen Luftwege einhergehenden Erkrankungen

181 bestandenen beängstigend schweren Erstickungssymptome momentan behoben und der Kranke kam von seiner Asphyxie bald zu sich, nachdem er während des durch die Intubation ausgelösten Hustens ziemlich viel zähen Schleim expektorierte. 17. Dezember. In der Frühe Extubation nach 66stündiger Tubenlage: das Kind ist fieberfrei, die Atmung kaum verlängert, die Nächte ruhig. 22. 23. und 28. Dezember Intubation täglich durch je 5 Stunden. 2. Januar 1892. Das Spiegelbild läßt eine namhafte Rückbildung der Höcker erkennen. Die Stimme ist klarer, die Atmung ruhig. In den Monaten Januar, Februar und März wurde das 0'Dwyer sehe Verfahren jeden zweiten Tag für einige Stunden in Anwendung gebracht und von April an wird der Knabe jeden dritten Tag mit der Tube Nr. V, seit 25. Mai aber mit der größten Tube intubiert. Die Höcker haben in dieser Zeit eine bedeutende Rückbildung er­fahren, doch keine vollkommene, weshalb sie in den Monaten Mai, Juni und Juli wöchentlich zweimal mit Lapis berührt winden, wonach gewöhnlich die Intubation vorgenommen wurde. Im Juni und Juli kommt es jeden vierten Tag, im August und September wöchentlich einmal zur Intubation. Laryngoskopischer Befund bei der Entlassung (15. September 1892): Die Höcker unter den Stimmbändern und der interarytänoidealen Falte sind nur mehr ange­deutet; Atmung vollkommen frei, Stimme klar (Fig. 98). In diesem Falle ging die Infiltration der Sub­mucosa bei Anwendung von Sehr öfter sehen Röhren aus dem Grunde nicht zurück, weil der Kranke dieselben kaum 4—5 Minuten lang vertrug. Die Tube wurde jedoch 5—6 Stunden hindurch ohne Unannehmlichkeit geduldet und ohne Widerstreben sogar schon bei der ersten Intubation ertragen. Daß es dennoch eine so geräumige Zeit in Anspruch nahm, bis es schließlich zur völligen Rückbildung der höckrigen Infiltrate kommen konnte, kann nur daran liegen, daß die Höcker für die Tubenerweiterung nicht genug günstig gelegen waren. Meines Wissens ist die Heilung des Patienten eine ständige. Während der Abfassung des vorliegenden Kapitels (Oktober 1906) habe ich auch bei einem zweiten Falle (12 jähriges Mädchen) einen Versuch mit methodischer Tubenerweiterung gemacht, und obwohl dieser Fall noch in Behandlung steht und von der Ausheilung noch sehr entfernt ist, will ich ihn trotzdem kurz anführen, weil der praktische Wert des O'Dwyersehen Verfahrens schon jetzt zutage tritt. In diesem Falle, wo die Diagnose zwischen Laryng. chron. subglottica hyper­trophica und Scleroma laryngis schwankte, wurde die methodische Erweiterung der subglottischen, verengten Stelle durch Tuben nach vorheriger Tracheotomie in Angriff genommen, und trotzdem ich anfangs mit der Tube für ljährige nur mit der größten Schwierigkeit durchkommen konnte und ein gewaltiges Hindernis an der verengten Stelle be­wältigen mußte, ist heute, nach kaum sechswöchentlicher methodisch er Behandlung, die dem Alt er entsprechende Tube täglich für einige Stunden ziemlich leicht einzuführen und ich glaube, in vielleicht nicht gar zu langer Zeit dort zu halten, daß die Kanüle endgültig entfernt werden wird. Der laryngoskopische Befund dieses Falles war zur Zeit des Beginns der methodischen Erweiterung folgender: Die Schleimhaut des Kehlkopf eingangs ist blaß, nur die Auskleidung des rechten Gießkannenknorpels ist gerötet, etwas geschwollen. Die Stimmbänder sind gut sichtbar, blaß, unter ihnen tritt ein blaß­rosiges, subchordales Infiltrat vor, das die Stimmritze fast völlig verschließt (Fig. 99). Bei der Phonation verhindern dieselben Anschwellungen das regelrechte Aneinander­liegen der Stimmbänder. In die tieferen Teile ist ein Einblick versagt1). (Dr. Pauncz.) !) Die Kranke hat das Spital am 10. April 1907 geheilt verlassen. Laryngo- skopisches Bild beim Spitalsaustritt. Kehlkopfeingang frei, Schleimhaut etwas ge­rötet. Die Stimmbänder sind etwas geschwollen, das rechtsseitige zeigt im hinteren Drittel eine kleine Winkelabbiegung. Das Infiltrat ist frei und hinten 5—6 mm breit. Die Bewegungen der Stimmbänder sind vollkommen unbehindert (Fig. 100). Laryngitis subglottica chronica hypertrophica und Scleroma laryngis. Fig. 98. Fig. 99. Fig. 100.

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