Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

führt, zeigt die gemeinsame Beobachtung von Boulay und Sévestre1), sowie je ein Fall von Galatti und O’ Dwyer. Abductorlähmung kommt ihrer Seltenheit wegen bei der diffe­rentiellen Diagnose kaum in Betracht, vielmehr jene Möglichkeit, ob das erschwerte Dekanulement und die erschwerte Einführung der Tube nicht durch Kehlkopfgranulome verursacht wird, deren Lieblingssitz nach 0’ Dwyer die vordere, seitliche Wand des Kehlkopfes ist und deren Ent­stehung aus Druckgeschwüren der Schleimhaut an jener Stelle hervor­geht, welche dem größten Transversaldurchmesser des Tubenkopfes ent­spricht. Ist nämlich der Tubenkopf uneben, unvollkommen, oder mit Kalkkörnchen bedeckt, entsteht an der betreffenden Stelle leicht ein tiefes Geschwür der Schleimhaut, aus dem Granulome hervorgehen, die in die Stimmritze hineinragen können. Daß derartige Granulationen manchmal sehr unangenehme Er­scheinungen nach sich ziehen und nach Extubation eventuell momentanen Erstickungstod verursachen können, geht aus einzelnen in der Intubatiöns- literatur veröffentlichten Fällen sowie auch aus den obigen Eigenbeobach­tungen zur Genüge hervor. Währenddem wir die Prognose der im Gefolge der Intubation ent­stehenden permeablen narbigen Kehlkopfstrikturen, besonders wenn die Verengerungen genug zeitlich erkannt und in Behandlung genommen werden, günstig nennen können, ist hingegen die Prognose der narbigen Kehlkopfverschlüsse, besser gesagt der impermeablen Kehlkopfstrik- turen eine ziemlich traurige. Die meisten Kranken unterhegen während der langwierigen und in jedem Falle mindestens monatelang dauernden Behandlung interkurrenten Erkrankungen (katarrhalen Pneumo­nien usw.), diejenigen aber, die am Leben blieben und den Gefahren ent­ronnen sind oder dieselben glücklich überstanden haben, werden ihr ganzes Leben hindurch darauf angewiesen sein, eine Kanüle zu tragen, das heißt, um den üblichen französischen Ausdruck zu gebrauchen, sie werden ,,Ca- nulards“. Ich getraue mich zu behaupten, daß ich die Intubations­literatur genügend überblicke und stehe außerdem mit den Intubatoren Amerikas und Europas in Verbindung. Trotzdem habe ich außer meinen eigenen geheilten Fällen aus der ganzen Weltliteratur bloß von einigen wenigen geheilten Fällen Kenntnis, dies sind die Fälle von Ganghofner, Alapi, König, Hagenbach, Herczel und Pólya, über die ich wegen ihrer 162 Die O’Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphtherischen Larynx-Stenose. 1) Boulay schildert das laryngoskopische Bild dieses Falles in folgendem: Le vestibule du larynx, les bandes ventriculaires et les cordes vocales présentent, ä part un peu de rougeur, un aspect normal; par contre, on distingue au-dessous de chaque corde un bourrelet rouge, allongé, d’avant en arriére, recouvert de quelques mucosites, mais sans fausses membranes. Ces deux bourrelets s’avancent symétriquement l’un au devant de l’autre vers la ligne médiane, mais sans se toucher; iis laissent entre eux un eppace elliptique de 2 mm de largeur par lequel passe 1 air. Im Gegensätze dessen fand Boulay in seinem zweiten Falle, wo narbige Verwachsung vorhanden war, folgendes Bild: L’examen laryngoscopique fait constater une oblitération compléte de la lumiére du larynx au-dessous des cordes vocales: la région sous-glottique est comblee par un tissu dun blanc grisátre d’aspect lardacé.

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