Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation
I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose
Über die nach der Intubation entstandenen Kehlkopfverengerungen. 161 Im Juli ungestörtes Allgemeinbefinden. Auch in der Nacht ruhiges, stilles Atmen. Lebhaft, beweglich, phoniert ziemlich gut. Fistel vollkommen geheilt. Entlassen. Seither sah ich das Mädchen zu wiederholten Malen. Ihre Stimme ist etwas verschleiert, die Atmung ruhig. Die tiefe Halsnarbe zeigt die nachstehende Fig. 87. Das Resultat der vorgenommenen laryngoskopischen Untersuchung geht aus der Fig. 88 hervor. Die Symptomatologie der narbigen Verengerungen und Kehlkopfverschlüsse bedarf nach Vorausschickung obiger Krankheitsprotokolle keiner weiteren ausführlicheren Schilderung. Die neuerlich anwachsenden Atmungsschwierigkeiten, die mehr oder minder behinderte oder völlige Unmöglichkeit der Tubeneinführung, die Schwierigkeit des Dekanulements, falls sekundäre Tracheotomie vollzogen wurde, das immer mehr behinderte Atmen bei Anwendung einer gefensterten Kanüle, wenn man deren äußere Öffnung zuhält, kommen durchwegs als Momente in Betracht, die die Anwesenheit einer Striktur bzw. einer narbigen Verwachsung schon an und für sich als höchst wahrscheinlich erscheinen lassen. In jenen Fällen, wo die Laryngoskopie durchführbar ist, wird auch das Spiegelbild das Vorhandensein des in Rede stehenden Krankheitsprozesses demonstrieren; die laryngoskopische Untersuchung ist um so wünschenswerter, weil im günstigen Falle derart jene Veränderungen am leichtesten ausgeschlossen werden können, welche bei Beurteilung des Krankheitsbildes am ehesten in Betracht kämen (Granulationsgeschwüre im Kehlkopfe, Laryngitis hypertrophica, Abduktolähmung). Daß Chorditis inferior ein erschwertes Dekanulement verursachen kann, und daß diese Laryngitis subglottica hypertrophica das Dekanulement gar nicht so selten unmöglich macht, wenn der Kranke die Trachealkanüle längere Zeit hindurch getragen hat, geht aus dem hervorragenden und in der Literatur so oft zitierten Werke von Köhl1) hervor, und daß sich auch zur sekundären Tracheotomie nach vorausgegangener Intubation eine Chorditis inferior gesellen kann, welche zu vollständigem ’S erschlusse !) Über die Ursachen der Erschwerung des Dekanulement nach Tracheotomie usw. Arch. f. kiin. Chir. Bd. XXXV. Fig. 87. v. Bökay, Die Lehre von der Intubation. 11 Fig. 88.