Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

157 Heranziehung der tungebenden Schleimhaut auf etwa 3 mm verengt; weder Kanüle, noch Tamponade. Eine Woche nach diesem operativen Eingriff beginnen wir wöchent­lich zweimalige systematische Intubationen mit 6 ständiger Dauer. Die Einführung der dem Alter entsprechenden Tuben ging glatt von statten. Gelegentlich der am 14. Dezember 1901 vorgenommenen laryngoskopischen L ntersuchung scheint der Kehlkopfeingang an beiden Seiten der aryepiglottischen Falten mit kleinen Granulationen dicht bedeckt. Aus diesem Grunde wird wöchent­lich zweimal unter Kontrolle des Kehlkopfspiegels die systematische Entfernung der Granulationen mit einem scharfen Instrumente in Angriff genommen. Dessen­ungeachtet waren die Granulationen im Januar 1902 bereits derart überwuchert, daß die Intubation mit den bisher in Verwendung gestandenen Ebonittuben nicht mehr bewerkstelligt werden konnte; die Einführung eines konisch abschließenden Metallrohres kleineren Kalibers gelingt jedoch nach Überwindung eines mäßigen Widerstandes. Im Februar und März 1902 wird die systematische Entfernung der Wucherungen fortgesetzt, nebstdem wöchentlich 2 malige Intubation mit der dem Alter entsprechenden konischen Metall­tube, stets für die Dauer von 10 Minuten. Im April 1902 wird der in der Cricoidealgegend neuer­lich entstandene knorpelharte, sensenförmige Balken, der in der letzteren Zeit auch dem Einfüh­ren der Metallröhre Widerstand leistete, operativ entfernt. Nach dem Eingriff wird eine Kanüle in die Trachea gelegt und der subglottische Larynxteil oberhalb der Kanüle mit Jodoformgaze tamponiert. Gegen Ende April 1902 entwickelt sich an Stelle des operativ entfernten sensen­förmigen Balkens neuerlich ein überragendes N arbengewebe, wes­halb an Stelle der gewöhnlichen Kanüle die Schornsteinkanüle gesetzt und oberhalb der Ka­nüle mit Jodoformgaze tampo­niert wird. Im Juni 1902 wird die Ka­nüle entfernt; seit dieser Zeit ist der Kranke ständig ohne Tube und Kanüle. Der laryngoskopische Befund im September 1902 war folgender: Kehlkopf­eingang trichterförmig verengt; Granulationen glatt, abgeflacht, die freien Ränder der Stimmbänder sind bei der Phonation etwas zu sehen. Status praesens (1906): Vorne am Halse (Fig. 83) ist eine in der Mittellinie verlängerte, ovale, ungefähr 4 cm lange, 1 cm breite, Y2 cm tiefe überhäutete Ein­senkung sichtbar, an deren oberem Winkel eine 3 mm breite Fistelöffnung gegen das Kehlkopflumen führt. In der Mitte der eingesunkenen Stelle, von der oberen Fistel­öffnung durch eine etwa 3 mm breite und ebenso hohe, von links oben nach rechts unten etwas schief verlaufende knorpelharte Brücke getrennt, ist die untere Fistel­öffnung aufzufinden; ihr Durchmesser beträgt x/2 cm, dieselbe führt nach unten in die Luftröhre. Die beiden Fistelöffnungen setzen sich nicht in einer Fläche fort­es besteht vielmehr eine Niveaudifferenz von etwa 3 mm, wodurch die obere Fistel um so viel mehr nach vorne liegt. Der Kranke atmet ohne Tube und Kanüle stets ruhig (Fig. 84), seine Stimme ist tief, kaum merklich heiser. Bei der Phonation beugt er den Kopf nach vorne und bedeckt die Fistelöffnungen mit seinem Kinn, wodurch er mit kräftiger Stimme zu sprechen vermag (Fig. 85). I, bcr die nach der 111 tu bei ti on entstandenen Keklkopfverengenm^en. Fig. 85.

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