Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

156 Die O’Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphtherischen Larynx-Stenose. Am 13. Dezember wird der Mundhöhle entlang ein aus Seidenfäden bestehender Bausch durch den Kehlkopf in die Trachealfistel eingeführt. Am 12. Januar gelingt die Intubation mit der 0' Dwyer sehen Tube Nr. II, doch gleitet dieselbe bald heraus Fig. 83. und die weiteren Intubations­versuche bleiben wieder erfolglos. • Am 18. Februar 1898 neuer­liche Laryngofission; nach Durch­schneidung und Entfernung des Narbengewebes wird die Intu­bation mit einer für 5—7 jährige bestimmten Tube möglich. Das untere Tubenende legt sich gut in das Lumen der Luftröhre hin­ein ; die Kehlkopfwunde wird über der Tube mit Gaze ausgefüllt. Erster Tubenwechsel am 25. Fe­bruar; Atmung ruhig. Am 5. März verträgt das Kind 2 Stunden lang Extubation, am 9. März 6 Stunden hindurch. .. Inzwischen bildeten sich im Kehlkopf Granulome, die eine neuerliche Laryngofission und eine Excochleation mit dem Volk­mann sehen Löffel erheischten. Der Knabe trug bis Ende des Jahres abwechselnd Tube und Kanüle und versuchsweise eine Zeitlang auch Schornsteinkanüle und die Erweiterungskanüle von Störk-Schrötter. Am 27. Juli 1899 wird wegen neuerlich aufgetretenen Granulo­men wieder eine Laryngofission gemacht und die Granulationen mit scharfem Löffel entfernt. Das Allgemeinbefinden ist ein stets gutes, der Knabe hat während des Spitalsaufenthaltes an Ge­wicht zugenommen; die anfangs bestandene Hühnerbrust ist voll­kommen verschwunden. Die Tra­chealfistel ist weit; mit der sei­nem Alter entsprechenden Tube, welche ohne Schwierigkeit ein­geführt werden kann, atmet er vollkommen gut. Nach Entfernung der Tube ist mit dem Reflektor durch die Trachealfistel hindurch die Stelle der Striktur gut sichtbar; der obere Teil des Kehlkopfes und der Luftröhre ist mit einer Sand­uhr zu vergleichen, deren enge Mitte der Striktur entspricht. Hier ist eine mit Schleimhaut bedeckte Rinne sichtbar, als Zeichen dessen, daß sich ein Lumen gebildet hat, dessen Erweiterung der methodischen Intubation Vorbehalten bleibt. Der trotz methodischer Intubation an der hinteren Trachealwand entstandene Fig. 84. etwa 3 mm hohe und 3 mm weite narbige Balken wurde im November 1901 entfernt (Winternitz). Die etwa 5 mm breite Wundfläche wurde durch Lospräparierung und

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