Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

Über die nach der Intubation entstandenen Kehlkopfverengerungen 155 extubieren; deshalb kam die Tube bis Ende Juli bloß zur Reinigung auf einige Minuten heraus, in letzter Zeit erschienen weniger schwarze Flecke an derselben. Die Tracheal- fistel war verengt und schloß sich auf Ätzung mit Lapis bald. Am 5. August nachmittags 3 Uhr extubierten wir den Kranken endgültig. Die Respiration war vollkommen ruhig; sowohl knapp nach der Tubenentfernung, als nach Ab­lauf längerer Zeit. Selbst beim Weinen oder Husten wurde das Atmen nicht viel lauter. Der Kranke war ungefähr eine Woche lang ganz ohne Stimme, langsam begann er zu phonie- r e n. Der sehr schweigsame Knabe erhielt eine sehr tiefe, etwas rauhe Stimme. Nachdem sich dieselbe nach weiteren 5 Wochen kräftigte und während dieser Zeit auch keinerlei Atembeschwerdenauf- traten, entließen wir das voll­kommen geheilte, gut genährte Kind am 13. September 1898, also nach 10 monatlicher Behand­lung aus dem Spitale. DerKrankewar vom 16. Februar bis zum 5. August, daher 160 Tage hindurch, 3674 Stunden lang intubi er t. Vor der methodischen Intubation trug er seine Kanüle 281 Tage lang. Seither hatte ich wieder­holt Gelegenheit, das Kind zu sehen und fand bei demselben stets vollkommen freies Atmen. Am 29. Mai 1906 kam er mir wieder vor Augen. Er entwickelte sich gut (Fig. 81), seine Stimme ist rein, genug klingend. Bei Anstrengung wölbt sich die schwielige Narbe an der vorderen Kehlkopfluftröhrenwand als Tracheokele etwas vor. Bei ruhigem Atmen glättet sich dieselbe. Der Kehlkopfbefund war am 29. Mai 1906 folgender: Die Schleimhaut des Kehlkopfes ist blaß, der Kehlkopf­eingang vollkommen frei, die Stimmbänder normal und ihre Funktion ist sowohl beim Sprechen als beim Atmen tadellos. An der vorderen Tracheal wand ist eine 4—5 mm breite als querer Balken hineinragende, glänzende weiße Narbe (Fig. 82) zu sehen, sonst normale Verhältnisse. Die Atmung ist vollkommen frei; die Stimme etwas rauh (Dr. Paunz). 3. Narbiger Kehlkopfverschluß. Johann G., 5 Jahre alt, wurde am 15. Juli 1897 wegen Laryngitis crouposa in das hauptstädtische ,,St. Ladislaus“- Spital aufgenommen und sofort intubiert. Nach 12 tägiger Intubationsdauer wird wegen Undurchführbarkeit der endgültigen Extubation die sekundäre Tracheotomie vollzogen. Seit dieser Zeit trägt der Knabe ständig die Kanüle und kommt mit Symptomen des narbigen Kehlkopfverschlusses am 19. November 1897 zwecks operativer Behandlung in das ,,Stefanie“-Kinderspital. Am 9. Dezember 1897 wird bei dem Knaben die Laryngofission ausgeführt, bei welcher Gelegenheit es sich herausstellt, daß entsprechend dem Ring­knorpel und etwa 1 cm weit in die Trachea hinabreichend eine narbige Verwachsung vorliegt. Die Narbe wurde durchtrennt, eine Tube konnte jedoch trotzdem nicht eingeführt werden und die Kanüle wurde belassen. Fig. 81. Fig. 82.

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