Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation
I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose
142 Die O’Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphtherischen Larynx-Stenose. Hugues kontrollierte 8 Fälle nach derselben Richtung und seine Beobachtungen waren folgende: Nach 5 tägiger Intubationsdauer 10 Tage lang Dysphonie, 3 3 5 3 3 4 3 3 5 3 3 3 3 3 33 3 3 L 5 3 10 „ 4 „ 3 3 5 5 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 0 30 2 8 2 6 24 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 33 33 3 3 3 3 Die Beobachtungen von Hugues und Galatti hatten also ein gleiches Ergebnis, und die meisten Autoren heben hervor, daß einerseits eine kurze Intubations dauer von dauernder Heiserkeit gefolgt werden kann (in einem Falle von Schweiger bestand die Heiserkeit nach 62stündiger Tubenlage fast zwei Monate hindurch), andererseits kann die Stimme nach langwährender, viele Tage lang nötiger Intubation eventuell schon an dem der Extubation folgenden Tage klar werden, so daß wir auch nicht die Spur von Dysphonie vorfinden (in einem meiner Fälle, den ich im 12. Kapitel dieser Arbeit [S. 155] beschreibe, verblieb selbst nach 3674 Stunden währender Intubation keine dauernde Heiserkeit zurück)1). Wenn die Sache aber so steht, welchem Umstande ist dann doch die bei einem so beträchtlichen Teile der intubierten Fälle als Folgezustand verbliebene Heiserkeit zuzuschreiben? Nach meiner Meinung ist hier die Inaktivität als ätiologischer Faktor unbedingt in Betracht zu ziehen — sehen wir doch bei tracheo- tomisierten Fällen, wenn der Kranke die Kanüle längere Zeit trug, ebenfalls Heiserkeit Zurückbleiben —, daß jedoch neben der Inaktivität die durch die liegende Tube verursachte Immobilität der Stimmbänder und die mit derselben Hand in Hand gehende gestörte Funktion der Kehlkopfartikulationen und die durch die gewaltsame Erweiterung der Stimmritze (Wakerle) erfolgte übertriebene Anspannung der Stimmbänder, eventuell auch die daraus entstehenden anatomischen Veränderungen ebenfalls unter die ätiologischen Faktoren einzureihen sind, unterliegt keinem Zweifel. Daß außer all diesen Ursachen die Fibrinexsudation bei akuten Diphtheriefällen, sowie die der Diphtherie zeitweise folgende post- diphtherische Lähmung auch ihren Anteil an dem Entstehen der Heiserkeit erfordern, haben ältere Erfahrungen schon genügend bewiesen. Wenn wir das Vorhergesagte summieren, so sind wir der Ansicht, daß die durch die Tube verursachte Schleimhautläsion die nach der Extubation verbleibende Heiserkeit zwar selten verursacht, wenngleich die liegende Tube durch ihre die Stimmbänder immobilisierende und dieselben stets gespannt haltende Wirkung das Auftreten der Heiserkeit zweifellos in günstiger Weise beeinflußt, daneben spielen jedoch, besonders bei Kehlkopfdiphtherie, auch andere ätiologische Momente eine Rolle, so daß ich mich der Ansicht von Hugues vollkommen anschließe, der behauptet: *) In einem Falle von Charmeil trug das Kind die Tube beiläufig durch 6 Monate, trotzdem war die Stimme kurz nach der Extubation wieder rein.