Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet
Függelék - VI. Inhalt der Aktenstücke
251. 27. 6. 1938 Bukarest 251a. Beilage 252. 27. 6. 1938 Budapest wenn die Tsehechei und Mähren selbständig bleiben würden und sie in den Interessenkreis Berlin —Rom —Warschau einbezogen werden könnten ; Jugoslawien werde neutral bleiben, Rumänien vermutlich auch. Beck werde die Slowaken nachhaltig beeinflussen, damit sie sich nicht mit Prag einigen. Bericht des ungarischen Gesandten in Bukarest an den Außenminister Der Gesandte teilt mit, er habe dem rumänischen Außenminister Comnen den neuesten ungarischen Entwurf überreicht. Bei der Überreichung habe er erneut die Aufmerksamkeit des Außenministers auf die Wichtigtigkeit der Minderheitenfrage gelenkt und habe darauf verwiesen, daß sich der Minderheitenentwurf nicht auf die Tschechoslowakei beziehe. Comnen habe den gesamten Entwurf als unbefriedigend bezeichnet; er erklärte, nach den Besprechungen, die der rumänische Gesandte in Budapest mit Außenminister Kánya geführt habe (12. 5. 1938), hätte er von dem Entwurf mehr erwartet. Dafür, daß die Tschechoslowakei in den Minderheitenentwurf nicht einbezogen worden ist, hatte Comnen Verständnis, betonte aber gleichzeitig, auch sie möchten in der Minderheitenfrage eine gemeinsame Erklärung abgeben. Vertragsentwurf der ungarischen Regierung Der Vertragsentwurf enthält den Text zur ungarischen militärischen Gleichberechtigung und der Nichtangriffserklärung. Bericht des Leiters der Abteilung VI/2 im ungarischen Verteidigungsministerium an den Generalstabschef Andorka hat in Berlin mit General Tippelskirch und Admiral Canaris verhandelt. Er teilte ihnen mit, daß er nach Warschau fahre und dort beabsichtige auch für den Ausbau deutsch —polnischer Militärverbindungen zu vermitteln. Die Deutschen ersuchten, auf diesem Gebiet keine Initiative zu ergreifen, denn die deutsch — polnischen militärpolitischen Beziehungen seien nicht freundlieh, sie würden auf dem Gebiet der Spionage mit ganzer Kraft gegen Polen arbeiten. Im Zusammenhang mit Italien erklärte Canaris, eine deutsch —italienische operative Zusammenarbeit bestehe nicht, sie würden nicht einmal Nachrichten austauschen. Außenminister Beck erklärte in Warschau: er glaube nicht, daß die Engländer wegen der Tschechoslowakei einen Krieg riskieren würden; die Sowjetunion sei zu einem bewaffneten Auftreten nicht in der Lage, Jugoslawien werde neutral bleiben. Der Chef des polnischen Generalstabes, General Stachievicz erklärte, wenn Deutschland die Tschechoslowakei angreife, werde Polen nicht untätig beiben; die Karpatoukraine interessiere sie lediglich wegen der gemeinsamen ungarisch —polnischen Grenze; die Slowaken bildeten eine Nation, daher seien also ihre Wünsche entscheidend; die tschechoslowakische Armee sei völlig wertlos; die Sowjetunion sei nicht fähig, zu handeln. Der General ersuchte, Ungarn solle in Rumänien keine Gebietsaspirationen anmelden, sondern lediglich nach einer Verbesserung der Lage der ungarischen Minderheiten streben, das würde die Möglichkeit bieten, daß die Rumänen alle Kräfte gegen die Sowjetunion konzentrieren würden. Der Abteilungsleiter im Außenministerium, Kobylanski, erklärte, Polens politisches Endziel sei die Schaffung eines Nord—Süd — Sicherheitsgürtels. Polen würde in der Umgebung von Teschen, im Komitat Arva und Szepes Anspruch auf einige von Polen bewohnte Dörfer erheben. Seiner Meinung nach ist es notwendig, daß ein reiner tschechisch —mährischer Staat bestehen bleibt. Polen sei bestrebt, die Slowaken der ungarischen Lösung zuzuführen. 969