Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet
Függelék - VI. Inhalt der Aktenstücke
notwendig; mit einem bewaffneten Auftreten der Sowjetunion wird in Polen nicht gerechnet. Nach der Lösung der tschechoslowakischen Frage wäre die Bildung eines deutschfreundlichen Sicherheitsgürtels vorteilhaft. Im Falle eines Konfliktes werde Jugoslawien vermutlich eine negative Haltung einnehmen, ebenso Rumänien. Eine ungarisch —rumänische Übereinkunft wird von polnischer Seite für wünschenswert gehalten. 247. 25. 6. 1938 Bericht des ungarischen Gesandten im Rom an den Außenminister Rom Ciano teilte über seine Verhandlungen mit Stojadinovic folgendes mit: die italienisch —jugoslawische Freundschaft sei stark. Stojadinovic sei unter Umständen bereit, mit Ungarn ein Sonderabkommen zu schließen, der Tschechoslowakei gegenüber verhalte er sich ausgesprochen feindselig. Wenn Ungarn die Tschechoslowakei gemeinsam mit Deutschland angriffe, werde sich Jugoslawien nicht rühren. Ciano empfiehlt daher, Ungarn sollte sich, sobald die Deutschen angreifen, sofort anschließen, aber nicht selbständig auftreten. Ciano hält die Schaffung guter Beziehungen zwischen Ungarn und Rumänien für wünschenswert; Italien werde mit Rumänien solange keine Übereinkunft treffen, solange dies von ungarischer Seite nicht gern gesehen wird. Durch einen Ausgleich mit den Rumänen muß der Gefahr zuvorgekommen werden, daß die Rumänen, unter französischem Einfluß, den sowjetischen Truppen den Durchmarsch durch ihr Land gestatten. Ciano erkundigte sich noch nach Ungarns Austritt aus dem Völkerbund. Bericht des ungarischen Gesandten in Bukarest an den Außenminister Der Gesandte teilt mit, wie er die Anweisung des Außenministers, die Verhandlungen hinzuziehen, ausführen will; er beabsichtigt dies durch Forderungen in der Minderheitenfrage zu erreichen Der vom ungarischen Gesandten in Bukarest entworfene Vorschlag für eine Erklärung Text für eine Erklärung zur Minderheitenfrage. Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in Belgrad an den Außenminister Stojadinovic hofft, daß die Verhandlungen zwischen Ungarn und den Staaten der Kleinen Entente erfolgreich verlaufen werden. Er schlägt vor, Ungarn und Jugoslawien sollten nur über die Hindernisse beraten, die ihrer Freundschaft im Wege stehen. Er betonte seine Freundschaft für Ungarn, eine Annäherung wünsche er schon deshalb, weil die gemeinsamen Freunde — Deutschland und Italien —- diese erwarteten. 250.27. 6. 1938 Aufzeichnung über die Unterredung zwischen dem polnischen AußenWarschau minister Beck und dem Leiter der Vereinigten Ungarischen Partei in der Tschechoslowakei, Eszterházy Nach Becks Ansicht wird sich die tschechoslowakische Frage nicht durch einen Krieg, sondern durch einen inneren Zerfall regeln. Die Slowakei werde in ihrem ganzen Umfange zu Ungarn kommen. Polen habe in der Slowakei keinerlei Gebietsaspirationen. Die Slowaken hätten vor dem übertriebenen Chauvinismus der Ungarn Angst. Der . Leiter der Vereinigten Ungarischen Partei erklärte Beck, die Slowaken könnten mit einer weitgehenden Autonomie rechnen. Von einer Autonomie für die Karpatoukraine sind die Polen weniger angenehm berührt. Beck glaubt, daß die deutschen Militärkreise über die ethnographischen Grenzen hinausgehen wollen; wenn sie die gesamte Tschechei und Mähren einverleibten, wäre dies für Polen gefährlich; ihrer Meinung nach wäre es gut, 248. 26. 6. 1938 Bukarest 248a. Beilage 249. 27. 6. 1938 Belgrad 968 I