Zounuk - A Szolnok Megyei Levéltár Évkönyve 3. (Szolnok, 1988)
TANULMÁNYOK - Zsoldos István: Elemi csapások Kisújszálláson a XIX. század második felében / 69. o.
ISTVÁN ZSOLDOS NATURKATASTROPHEN IN KISÚJSZÁLLÁS IN DER ZWEITEN HÄLFTE DES 19. JAHRHUNDERTS Auch heute noch werden durch endogene und exogene Kräfte sowie durch biologische Einflüsse Naturkatastrophen hervorgerufen, deren Zerstörungen nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Gesellschaft beeinflussen. Durch endogene Kräfte hervorgerufene Zerstörungen in der Ungarischen Tiefebene können wir ausklammern, doch die exogenen und die biologischen Einflüsse führten auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu schweren Katastrophen im Leben der Stadt. Der Kampf gegen die Hochwassergefahr begann gleichzeitig mit den Flussregulierungen, als man die von den Flüssen und Binnengewässern überfluteten Gebiete landwirtschaftlich nutzbar machte. Die Saaten mussten durch Deiche gegen das Wasser der Theiss und der KörösBerettyó geschützt werden, das über die Ufer des regulierten Flussbettes trat. Die gesamte Stadtbevölkerung war am Deichbau beteiligt, der 1876 und 1888 zum Schutz gegen das Hochwasser nötig wurde. Die Überschwemmung der Stadt konnte zwar abgewendet werden, doch ein Grossteil der Flur wurde überflutet, und die Ernte ging zugrunde. Noch weitaus katastrophaler wirkte sich die Dürre aus, gegen die es keinen Schutz gab. Besonders schlimm war sie im Jahre 1873, als sieben Monate lang kein Regen fiel und sogar die Brunnen austrockneten. Es wurde nicht ein einziges Korn Getreide geerntet, die Weiden vertrockneten, und Tausende von Tieren verendeten. Besonders im Schafbestand gab es unersetzbare Verluste, denn sie lagen bei 95%. Alle Bevölkerungsschichten waren betroffen, die meisten Einwohner gerieten in Schulden und hatten bis 1868 daran abzuzahlen. Auch im Jahre 1874 verursachte die Trockenheit grosse Schäden. Die Versorgung der besitz- und verdienstlosen Armen bereitete dem Stadtrat arge Schwierigkeiten. Zu den durch biologische Ursachen hervorgerufenen Katastrophen zählte die Rinderseuche von 1861/62. Sie verbreitete sich durch Rinderherden, die über die kumanischen Heiden getrieben wurden. Es bestand keine Möglichkeit, die Tiere zu schützen, so stiegen, die Verluste im Rinderbestand auf 56%. Auch der Verbreitung der Phylloxera konnte die Stadt nicht entgehen. Zwischen 1875 und 1883 ging ein bedeutender Teil der schwachen Rebenpflanzen zugrunde. Auch die wichtigste Arbeitskraft, der Mensch, war den Naturkatastrophen ausgesetzt. Ihm drohten die Cholera und die Pest. Im Jahre 1855 forderte sie „nur" 55 Opfer, doch im Sommer 1873 starben 360 Menschen — vorwiegend aus der Armenschicht — am „Drüsentod". Das waren 3,5% der Stadtbevölkerung. 85