Inventare Teil 8. Inventar des Kriegsarchivs in Wien (1953)

II. Band - 15. Verwandte Bestände in anderen Öffentlichen Archiven Österreichs und des Auslandes

125 Anspruch nehmen. Zur Führung eines Krieges gehören noch die Außen- und Innenpolitik, die Wirtschaft mit der Rüstung und den Finanzen, das Ver­kehrswesen und die geistigen Elemente in ihrer Vielfalt. In den unteren Bezirken müssen die bis zur Einzelperson wirkenden Wellenschläge des ge­schichtlichen Ablaufes aufgedeckt werden. Es ergibt sich daher für die Kriegsgeschichtsschreibung in allen ihren Stufen die Notwendigkeit, einen wenigstens allgemeinen Überblick über die vorhandenen Quellen zu haben und aus diesem Grunde werden nachstehend jene Archive angeführt, die über wichtige einschlägige Quellen verfügen und nicht übersehen werden sollen: 1. österr. Staatsarchiv: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Wien I., Minoritenplatz 1. Siehe das gedruckte „Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs“, Wien 1936—1940; Allgemeines Verwaltungsarchiv, Wien I., Wallnerstraße 6 a; Finanz- und Hofkammerarchiv, Wien I., Himmel- pfortgasse 6 und Johannesgasse 6. Siehe „Inventare österr. staatl. Archive. II. — Inventar des Archivs des k. k. Finanz-Ministeriums“, Wien 1911, und „Inventar des Wiener Hofkammerarchivs“, Wien 1952; Verkehrsarchiv, Wien III., Aspangstraße 33. 2. Bundesministerium für Inneres, Abteilung 9, Ref. 9/M, Wien VII., Karl Schweighofergasse 3. Über das ehern. Militär- Matrikenamt handelt der angeschlossene Aufsatz. 3. ErzbischöflichesOrdinariat-Diözesanarchiv, Wien I., Rotenturm-Straße 2, und die anderen bischöflichen Archive. 4. Landesarchive: a) Burgenland, Eisenstadt, Schloß; b) Kärnten, Klagenfurt, Herrengasse 14; c) Niederösterreich, Wien I., Herrengasse 13; d) Oberösterreich, Linz a. d. Donau, Landhaus; e) Salzburg, Salzburg, Chiem­seehof; f) Steiermark, Graz, Bürgergasse 2 a; g) Tirol, Innsbruck, Maria- Theresienstraße 43; h) Vorarlberg, Bregenz, Montfortstraße 4 u. 12; i) Wien, Wien I., Neues Rathaus. Die Quellen der Landesarchive müssen als sehr ergiebig bezeichnet wer­den, denn unter ihnen finden sich solche für fast alle Zweige der Landesver­teidigung: Durchführung der Wehrgesetze (Werbung, Rekrutierung, Truppen­stellung, Aufgebote, Schutzkorps, Entlassungen), Landesbefestigung und Grenzschutz, Übungsplätze, Verkehr, Transporte, Ausrüstung und Bewaff­nung, kriegstechnische Betriebe, kriegswirtschaftliche Maßnahmen nach Kriegsleistungsgesetzen (Verpflegung, Bequartierung, Anleihen, Steuern, Kontributionen), Gerichte, Kriegsopferfürsorge (Verwundetenpflege in Spi­tälern, Invaliden-, Witwen- und Waisen-Versorgung), Kriegsgefangene, Ver­luste, Kriegsschäden u. a. m. Nicht minder ergiebig können Gemeindearchive sein, sobald es sich um Details lokaler Ereignisse handelt. Auch die Pfarrarchive bieten mitunter wertvolle Anhaltspunkte (Kriegssteuern, Kontributionen, Metallopfer, Kriegs­schäden, Gräber, Invalide, Verwundete, Spitäler, Gefangene, Einquartierungen, Befestigungen, Andachten bei Kriegsereignissen, Fasten- u. Ablaß-Ordnungen u. dgl. m.). Fast alle Archive besitzen schließlich Nachlässe von Persönlichkeiten, die zur Kriegführung Beziehungen hatten, dann Bilder, Bücher und Karten, die

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