Inventare Teil 7. Inventar des Wiener Hofkammerarchivs (1951)
Die Bestände des Wiener Hofkammerarchivs - 17. Siebenbürgische Kommissionsberichte (1700-1703) - 18. Reichsakten (16. bis 18. Jahrhundert)
56 17. Siebenbürgische Kommissionsberichte — 18. Reichsakten Faszikel Sammlung von Abschriften Ungarn betreffender Urkunden („Andrassiana“) I)... 54—68 Abschriften von Ungarn betreffenden Urkunden vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Zriny-Frangipanische Urkundenabschriften2)............................................................ 69—71 „Miscellanea hung, et transsylvanica“ ............................................................................. 72 Fiskalprozeß, betreffend Betrügereien beim Salzamt der Herrschaft Bellenyes (1733) 73 „Acta particularia“................................................................................................................ 74 Rechnungen der Kanzlei des St. Stefansordens (1788—1813) ................................... 75 1 7. Siebenbürgische Kommissionsberichte (1700—1703) Diese Aktengruppe enthält die Berichte der Siehenbürgischen Kameral- kommission aus den Jahren 1700—1703 an die Hofkammer. An der Spitze der Kommission standen Graf Johann Friedrich von Seeau, Hof kammerrat und Salzamtmann in Österreich ob der Enns, und sein Bruder Ehrenreich Graf von Seeau, der dieses Amt seit 1702 versah 3). Die Kommission hatte die Verbindung der Hofkammer mit dem Thesaurariat herzustellen. Außer den Berichten der beiden Seeau liegen auch die des Hofkammerrates Johann Georg von Eckhler, kaiserlichen Kommissärs zur Einrichtung des Münzwesens in Siebenbürgen, aus der gleichen Zeit an. 5 Faszikel. 18. Reichsakten (16. bis 18. Jahrhundert) Zu Anfang des Jahres 1775 meldete der Vorstand des Hofkammerarchivs, Johann von Cronberg, die Auffindung von Archivalien, „wovon ein theil in einem finstern gewölbe im münzhause, ein anderer aber in unterirdischen und feichten vier holzgewölbern sich befunden“; sie waren „theils seit undenklichen Zeiten in küsten und verschlagen verwahrt, theils aber unverwahrt und ganz bloss mit anderen Schriften und fascikel aufgehauft“ worden und „der Vermoderung ausgesetzt gewesen“ 4). Diese Archivalien wurden nun auseinandergelegt, an frischer Luft getrocknet und bis zum Jahre 1785 auch geordnet. Ein Verzeichnis, das Johann Florian Baumberg, der Nachfolger Cronbergs, seinem Berichte vom 3. August 1785 beilegte5), läßt ihre Identifizierung mit dem heutigen Bestände „Reichsakten“ als gesichert erscheinen, wenngleich einzelnes noch davon abgetrennt und verselbständigt, anderes hinzugefügt 6) wurde. *) 1754 kaufte die Hofstelle für Münz- und Bergwesen von Franz Freiherm v. Andrassy 2501 Urkunden. Diese Sammlung wurde zumeist aus den Beständen des Hofkammerarchivs auf die Zahl von 4500 ergänzt. Über Anforderung der ungarischen Hof kanzlei wurde diese Sammlung nach längeren Verhandlungen 1788 an sie ausgeliefert, vorher aber die vorliegende Abschriftensammlung und ein Repertorium mit Orts- und Personenregister hergestellt (Archivzahl 1209/1787). 2) Diese Abschriftensammlung verdankt ihre Entstehung wahrscheinlich dem Auftrag der Hofkammer an das Archiv, von den Zriny-Frangipanischen Urkunden, die der Kustos der Hofbibliothek von Kollar der Hofkammer übergab, Abschriften herstellen zu lassen (Archivzahl 865/1774). 3) Über die Tätigkeit der Seeau in Siebenbürgen vgl. J. Kémény, Deutsche Fundgruben der Geschichte Siebenbürgens II. (Klausenburg 1840), S. 283 f. und 303. 4) Archivverhandlungen 868 ex 1775. s) Camerale, Fasz. 2, 593 ex majo 1786. 6) Hinzugefügt wurden vielleicht vor allem Stücke aus den 1752 übernommenen sogenannten „Nostiz’sehen oder Reichsakten“, über die leider näheres nicht bekannt ist.