Inventare Teil 7. Inventar des Wiener Hofkammerarchivs (1951)

Die Bestände des Wiener Hofkammerarchivs - 66. Sanitätsakten (1730-1762) - 67. Kredit- und Staatsschuldenakten (1757-1820)

werdenden Reskripte in allen politischen Angelegenheiten hatte die ungarische Hofkanzlei an die Statthalterei zu expedieren, während die in ökonomischen Betreffen ergehenden Erlässe von der Wiener Hofkammer über die Preßburger Hofkammer an die Städte kommen sollten. Doch finden sich unter den Kammerakten vielfach auch Kopien der Expeditionen der ungarischen Hof­kanzlei. Seit 1762 sind die einschlägigen Stücke nicht mehr abgesondert, sondern in die allgemeine Kammerregistratur eingereiht worden. 12 Faszikel, 3 Bücher. 160 66. Sanitätsakten — 67. Kredit- und Staatssohuldenakten 66. Sanitätsakten (1730—1762) Die Sorge der österreichischen Verwaltung für die Aufrechterhaltung von Sanitäts- und Quarantänemaßnahmen an der Südostgrenze der Monarchie nach 1683 hat eine ziemlich umfängliche Korrespondenz der Hofkammer mit den ausführenden Organen1), also den zivilen und militärischen Stellen in Agram, Essegg, Belgrad, Temesvár, Hermannstadt, Kronstadt u. a., nötig gemacht. Sie hatte vornehmlich den Sachaufwand für die zu treffenden Vorkehrungen und das Besoldungswesen des Sanitätspersonals zum Gegenstand, aber auch die Behinderung des Handels durch die Quarantäne, die Betrauung kameraler Behörden mit Sanitätsaufgaben und ähnliches. So entstand aus dem Bedürfnis der praktischen Verwaltung heraus in der Registratur der Hofkammer seit 1730 ein Selekt von Sanitätsakten, das in sieben Faszikeln bis 1745 herauf­reicht, in welchem Jahre die Hofkommission in Banaticis, Transsylvanicis et Illyricis aufgestellt wurde. Faszikel 8 enthält Protokolle der Sanitätshof­kommission unter dem Vorsitz des Grafen Orsini-Rosenberg von 1750 bis 1752. In den Faszikeln 9 und 10 erliegen Berichte des siebenbürgisehen Thesaurariats über Sanitätssachen aus den Jahren 1753—1756; sie sind wahrscheinlich beim Übergang des Präsidiums der Sanitätshofdeputation vom Direktorialkanzler, Grafen Haugwitz, an den Hofkammerpräsidenten, Grafen Königsegg, im Jahre 1755 2), in die Hofkammerregistratur gekommen. Faszikel 11 enthält Ratsprotokolle über die seit 1757 zum Directorium ressortierenden Münz- und Bergwesens- sowie über Kameralsachen Siebenbürgens von 1757 bis 1760, Faszikel 12 unerledigte Vorträge der Hofkammer aus den Jahren 1761 und 1762 in Hungaricis und Transsylvanicis. 12 Faszikel. 67. Kredit- und Staatsschuldenakten a) Ständische Kreditdeputation (1757—1769) Die drückende Geldnot, die um 1760 sogar die Fortführung des Krieges in Frage zu stellen drohte, ließ 1761 einen von Graf Ludwig Zinzendorf schon 1758 vorgebrachten Finanzplan, wenn auch in etwas veränderter Form, *) Die zentrale Behandlung der Sanitätssachen lag in Händen der etwa bis 1690 zurück­zuverfolgenden Sanitätshofdeputation, über die uns ein Vortrag ihres letzten Präsidenten, des Grafen Franz Koller, vom 29. April 1775 (Ö. Z. V. II/2, S. 376) unterrichtet. 2) Vgl. Ö. Z. V. II/l/l, S. 217.

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