Inventare Teil 7. Inventar des Wiener Hofkammerarchivs (1951)
Die Bestände des Wiener Hofkammerarchivs - 48. Getreidemangel- und Hungerbekämpfungshofkommission (1771-1772)
148 48. Getreidemangel- und Hungerbekämpfungshofkommission 5. Akten des Landeshofkommissariats (1809) Mit Handschreiben vom 18. Oktober 1809 wurde der Oberstkämmerer Rudolph Graf Wrbna, der als Unterhändler an den Friedensverhandlungen hervorragenden Anteil genommen hatte, zum Landeshofkommissär ernannt — er hatte ja dieses Amt schon 1805 geführt — und mit der „obersten central- leitung aller in folge des ... abgeschlossenen friedenstraktats ... eintretenden dienstes angelegenheiten“ betraut1). Bis die Hofkommission ihre Aufgabe als beendigt betrachtete, vergingen Jahre; 1814 wurden die letzten Angelegenheiten liquidiert, bzw. in den normalen Geschäftsgang übergeleitet. Die Akten der Hofkommission sind fortlaufend nach Zahlen gelegt und erfüllen 25 Faszikel. An Behelfbüchern haben sich drei Bände Elenche und ein Index erhalten. 25 Faszikel, 4 Bücher. 6. Spitals-Akten (1809) Nachdem, wie bereits erwähnt, das Landeshofkommissariat auf Befehl Kaiser Napoleons beseitigt, bzw. die niederösterreichische Landesregierung unterm 19. Mai 1809 angewiesen worden war, „alle ihr bisher anvertraut gewesenen amtsgeschäfte fortan ebenso wie vor erfolgtem einrücken der kais. französischen armee zu berichtigen“ 2), wurde die Abteilung 2 des Landeshofkommissariates als „Spitals-Departement“, als solches mit der Gesamtheit der gesundheitspolizeilichen Agenden, insbesondere der Verwaltung der Spitäler befaßt, der niederösterreichischen Landesregierung einverleibt. Die aus der Tätigkeit dieser Abteilung erwachsenen Akten sind numerisch (in zusammen 25 Faszikeln) geordnet und reichen vom 20. Mai 1809 bis ins Jahr 1814 hinein, bis die durch die Invasion notwendig gewordenen Vorkehrungen restlos liquidiert waren 3). Zwei Bände Protokolle und ein Indexband machen den Bestand zugänglich. 25 Faszikel, 3 Bücher. 48. Getreidemangel- und Hungerbekämpfungshofkommission (1771—1772) Die Akten dieses zehn Faszikeln und ein Register umfassenden Bestandes sind aus der Tätigkeit einer Hofkommission erwachsen, die mit Resolution vom 18. Februar 1771 unter dem Vorsitz des damaligen Vizekanzlers und späteren Hofkammerpräsidenten Grafen Leopold Kollowrat zur Bekämpfung der besonders den Sudetenländern drohenden Hungersnot eingesetzt wurde. Es gehörte ihr noch je ein Vertreter des Hofkriegsrats und der Wiener Magazinskommission an. Die Amtierung der Hofkommission findet ihren Abschluß durch die kaiserliche Entschließung zum Protokoll vom 1. August 1772, die q Kommissariatsakten Nr. 43 (das konstitutive Stück fehlt). 2) Spitalsakten Nr. 1. 3) Als mit 18. Oktober 1809 neuerlich ein Landeshof kommissariat aufgerichtet worden war, trat auch das Spitals-Departement zu ihm wieder in eine gewisse Beziehung (Hofkommissions- akten Nr. 34).