Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)
Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius
II./2. E. Hofkriegsrat — F. Kabinett — G. Hofarchive. 193 Auch von diesen wurden im Lauf der nächsten Jahre noch einige Bände ausgeschieden und der Handschriftensammlung einverleibt. Sie erscheinen als Nachträge im AB. 446. Es sind die Bände: Böhm 761, alt 24, Polen, Rußland, Türkei; Böhm 763, alt 26, Polen, Rußland, Türkei; Böhm 765, alt 28, Polen, Rußland, Türkei; Böhm 767, alt 31, Polen, Rußland, Türkei. Ein weiterer Band, 23, Polen, Rußland, Türkei, wurde 1850 aufgelöst und die Teile in die Abschriftensammlung eingelegt.1 In späterer Zeit, gelegentlich der Bearbeitung der Manuskriptensamm- lung durch Böhm (oben S. 159 f.), kamen noch einige weitere Bände hieher, die man als Provenienz Hofkriegsrat ansprechen muß und die offenbar auch den türkischen Akten entnommen waren, und zwar Böhm 919, 921, 928, 998, 1016, 1017, 1028 und 1031, ferner, aus der Bibliothek des kaiserlichen Hofkriegsrats und Geheimen Referendars Anton Josef Freiherrn von Oettl2 stammend, der Band Böhm 966 und die elf Bände Böhm 1020. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß auch ein Band der Sammlung Straka (oben S. 139), die Hs. Böhm 753 (4, Polen, Rußland, Türkei), aus den Beständen des Hofkriegsrats zu stammen scheint.3 F. Kabinett. Aus dem kaiserlichen Kabinett4 sind schon im 18. Jahrhundert einzelne Handschriftbände unmittelbar an das StA. abgegeben worden. So im Jahre 1784 Dumonts Entwurf seiner Geschichte Kaiser Karls VI.,5 heute Böhm 111, und zwei Fragmente des Werkes „Eidtgenössische Geschichten“, umfassend die Jahre 1637—1642 und 1673—1676, heute Böhm 732. Auch zumindest der zweite Band von B öhm 76, der einstigen Signatur „Österreich 99“ zufolge ebenfalls alter Besitz des StA., gehört hieher, denn er trägt noch die Bezeichnung der „Alten Kabinettsakten“.6 Ebenso werden B ö h m 83 und S u p p 1. 49 möglicherweise hierher zu zählen sein. Was dann an Handschriften der Provenienz Kabinettsarchiv im Laufe der Jahrzehnte auf dem Umweg über die Staatskanzlei eingeliefert worden ist, läßt sich heute leider nicht mehr erfassen. Nachzuweisen ist nur, daß 1904 mit den Minister-Kolowrat-Akten der Band Suppl. 1208 eingelangt ist. Suppl. 1207, aus dem Nachlaß Erzherzog Ludwigs stammend, gehört wohl auch hierher, ebenso vielleicht Suppl. 1189. Suppl. 1228 wurde aus dem Archiv des Staatsrats ausgeschieden und Suppl. 1242 endlich, ein Journal des Erzherzogs Leopold, ist erst 1929 aus Linz eingetauscht worden. G. Hofarchive. Aus den Archiven der Hofstäbe7 sind erst in aller jüngster Zeit einige Bände der Handschriftensammlung überwiesen worden, da sie — unter Hinweis auf ihre Provenienz — hier immerhin leichter zugänglich schienen als an ihrem bisherigen Yerwahrungsort. Es sind die Bände Suppl. 1229, 1 AB. 446, S. 646. ’ Vgl. Kneschke, Deutsches Adelslexikon Bd. 6, S. 585. 3 Vgl. unten Abschnitt Sammlungen, Straka. 4 Vgl. Bd. II S. 113ff. 5 Vgl. unten Abschnitt Sammlungen, Dumont. 6 Vgl. Bd. II S. 121. » Vgl. Bd. II S. 277 ff. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Bd. 6. 13