Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius

192 Die Handschriftenabteilung. wiesen.1 Im Mai des genannten Jahres wurden dann auch die ersten tür­kischen Korrespondenzen — die des Jahres 1753 — aus dem Hofkriegs­rat in die Staatskanzlei übertragen, „nachdeme I. K. K. M. die künftige Be­sorgung deren Orientalischen Geschäften einer löblichen Geheimen Hof- und Staatskanzlei zu übertragen geruhet haben“.1 2 Die Übergabe der ge­samten türkischen Akten sollte 1755 erfolgen,3 kam aber tatsächlich erst 1780 zustande.4 Auch jetzt nicht vollständig, denn als 1823/24 anläßlich der Übersiedlung des hofkriegsrätlichen Archivs die dortigen Bestände überprüft wurden, fanden sich außer anderen nicht zum Hofkriegsrat ge­hörigen Schriften eine ganze Reihe von Bänden, Relationen aus Konstanti­nopel, vor, die nun nicht wie 1780 der Staatskanzlei, sondern direkt dem StA. überwiesen wurden. Hier wurden sie in die Manuskriptensammlung eingereiht und von Knechtl als Nr. 8—22 der Abteilung Polen, Rußland, Türkei in das Repertorium eingetragen.5 Als dann aber 1851 die Hand­schriftensammlung aufgelöst wurde (oben S. 154), wurden alle diese Bände bei den 1841 aus der Staatskanzlei-Registratur übernommenen türkischen Akten eingeteilt. Die Mehrzahl von ihnen blieb auch nach der Rekon­struierung der Handschriftensammlung bei den Akten liegen, so daß im Böhm’schen Katalog nur einige wenige Bände dieser Provenienz erscheinen. Es sind folgende Handschriften: Böhm 755, alt 9, Polen, Rußland, Türkei, Nr. 2 des Verzeichnisses von 1824; Böhm 756, alt 16, Polen, Rußland, Türkei, Nr. 10 des Verzeichnisses von 1824; Böhm 757, alt 19, Polen, Rußland, Türkei, Nr. 13 des Verzeich­nisses von 1824; Böhm 758, alt 20, Polen, Rußland, Türkei, Nr. 14 des Verzeichnisses von 1824; Böhm 759, alt 21, Polen, Rußland, Türkei, Nr. 15 des Verzeichnisses von 1824 und Böhm 760, alt 22, Polen, Rußland, Türkei, Nr. 16 des Verzeichnisses von 1824. Die Einteilung der übrigen Stücke ist heute folgende: Nr. 1 (alt 8, Türkei), Türkei I, Fasz. 51b; Nr. 3 (alt 9, Türkei), Türkei I, Fasz. 50 b; Nr. 4 (alt 10, Türkei), Türkei I, Fasz. 56 a; Nr. 5 (alt 11, Türkei), Türkei I, Fasz. 56 b; Nr. 6 (alt 12, Türkei), Türkei I, Fasz. 57 b; Nr. 7 (alt 13, Türkei), Türkei I, Fasz. 58 a; Nr. 8 (alt 14, Tür­kei), Türkei I, Fasz. 58 a; Nr. 9 (alt 15, Türkei), Türkei I, Fasz. 59 a; Nr. 11 (alt 17, Türkei), Türkei I, Fasz. 62 a; Nr. 12 (alt 18, Türkei), Tür­kei I, Fasz. 67 b. Auch der Band Böhm 300 (alt 63, Ungarn), zweifellos den Beständen des Hofkriegsrates entstammend, muß schon mit der obigen ersten Ein­lieferung ins StA. gelangt sein, wiewohl ihn die Verzeichnisse nicht an­führen. Die übrigen türkischen Akten des Hofkriegsrats wurden, wie erwähnt, erst 1841 von der Staatskanzlei-Registratur an das Archiv abgegeben.8 1 Letztes Reskript des Hofkriegsrates nach Konstantinopel 15. Mai 1753, erstes der Staatskanzlei 18. Mai 1753 (Türkei, 1753, Reskripte); vgl. Fellner-Kretschmayr, Die österr. Zentralverwaltung I. Abt., 1. Bd., S. 234 ff. für die Zeit bis 1749. 2 Note des Hofkriegsrates vom 25. Mai 1753. 3 Note an den Hofkriegsrat vom 9. März 1755. * Verzeichnis AB. 205. 5 AB. 446, S. 462 ff. 6 AB. 205.

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