Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)
Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius
188 Die Handsehriftenabteilunj,'. Eine ähnliche Gruppe wie die Bartenstein-Martinische bilden die Schrötterschen Manuskripte. Franz Ferdinand Edler von Schrötter, Hofsekretär, später Hofrat in der Staatskanzlei,1 hat eine ganze Reihe von historischen und staatsrechtlichen Ausarbeitungen hinterlassen, die bis auf eine, erst später eingelieferte, alle in den Jahren von 1780—1806 ins Archiv gelangt sein müssen. Es sind folgende, sicher von Schrötter stammende Bände: Böhm 77, 78, 82, 131, 132, 133, 134, 135, 608, 609 und 639, alte Signaturen 100 A, 104, 165, 167, 168, 169, 170 Österreich, 62, 63 und 108 Reichssachen. Hiezu kommen noch als wahrscheinlich ebenfalls von Schrötter herrührend die Bände Böhm 103, 104 und 147, alt 133, 134 und 147 Österreich. Endlich, als erst nach 1851 eingeliefert, der Band Böhm 990. Zu bemerken ist noch, daß der Band 147 einen der ominösen „Sammelbände“ unserer Abteilung (oben S. 160) bildet, aus dem nur ein einziges Heft von Schrötter herrührt. Hieher gehören auch die zwei Bände des damaligen Salzburger Professors, späteren Propstes von Welchenberg und Mitarbeiters der Monumenta Boica Hermann Scholliner,1 2 Böhm 79, alt 100B Österreich, und Böhm 617, alt 72 Reichssachen, die wohl zusammen mit den Schrötterschen Schriften ins Archiv gelangt sind. Weiter die Ausarbeitungen des k. k. Staatsrats Anton Maria Freiherrn Stupan von Ehrenstein:3 Böhm 171 und 172, alte Signatur 237 und 238 Österreich, zu denen auch die zwei bei den Barten- steinschen Manuskripten bereits besprochenen Bände Böhm 62 und 1064 gehören, die hier nochmals erwähnt seien.4 Dann sind hier anzuführen die Aufsätze des k. k. Rates Gottfried Ernst Fritsch : Böhm 475, 476, 583, 612, 621, 725 und Suppl. 93, alte Signaturen 111, 112 Tirol, 16, 66, 79 Reichssachen und 45 Italien. Endlich sei noch hingewiesen auf die ebenfalls ganz oder zum Teil zu den Beständen der Staatskanzlei gehörigen, unten in dem Abschnitte „Sammlungen“ behandelten Nachlässe Batthyány, Cobenzl, Dumont, Pran- dau, Strattmann und Zinzendorf: Böhm 885, 903, 904, 957, 964, 965, 977, 1027, 1035, 1036, 1061, 1068, 1085, 1090, 1092, Suppl. 22, 446,954,959, 961 (Teil), 994, 1089, 1090. Fügen wir diesen bisher aufgezählten Gruppen nun noch jene mit den alten Ländersignaturen versehenen Handschriften bei, die durch den Inhalt auf ihre Herkunft aus der Staatskanzlei schließen lassen, so haben wir im wesentlichen den ganzen Bestand an Staatskanzleimanuskripten, den die Sammlung am Anfang des 19. Jahrhunderts enthielt. Es sind das unter anderen, denn die Zuweisung und Aufzählung kann naturgemäß nur eine unvollständige sein, folgende Nummern des Böhmschen Katalogs: 35, 72, 97,5 IO1/102, 112, 113, 145, 182, 195, 228, 299, 374, 566, 616, 642, 646, 662, 689, 751, 754, 764, 766, 782, 791. 1 Geb. 1736, gest. 1780; vgl. Wurzbach Bd. 32, S. 8fü. und Allgem. deutsche Biographie Bd. 32, S. 577f. s Vgl. Allgem. Deutsche Biographie Bd. 32, S. 521. 3 Vgl. Wurzbach 40. Bd., S. 202 f. 4 Vgl. Abschnitt Sammlungen, Bartenstein. 5 Vgl. Abschnitt Klöster, St. Paul.