Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Urkundenabteilung von Paul Kletler

122 Die Urkundenabteilung. von der Gruppe 5 wurde die Untergruppe 1 ausgeliefert, 2—7 wurden zu­rückbehalten. Hier zeigt sich das Prinzip der Auslieferung ganz deutlich: Die ausgelieferte Abteilung 1 enthält die Belehnungen mit den das lothrin­gische Territorium bildenden Reichslehen (Lehenbriefe Kaiser Leopolds I. vom 4. Mai 1702 auf Herzog Leopold, Kaiser Karls VI. vom 7. Juli 1730 auf Herzog Franz III., den späteren Kaiser Franz I.), die zurückbehaltenen Ab­teilungen 2—7 bestehen aus kaiserlichen Lehenbriefen auf die Herzoge von Lothringen um außerlothringische Gebiete des Reiches, bzw. der habsburgi­schen Ländermasse (so auf Herzog Leopold um die Grafschaft Falkenstein 2. Mai 1719 und um das Herzogtum Teschen 12. Mai 1722; ferner auf Her­zog Franz III. um Falkenstein 30. Juli 1730 und um Toskana 24. Jan. 1737), ferner aus Urkunden, die die Beziehungen der Herzoge zum Kaiser, bzw. zu den Habsburgern betreffen sowie aus reinen Familienurkunden (17. Juni 1679 Ernennung Herzog Karls von Lothringen zum Statthalter von Vorder­österreich, 19. Okt. 1680 zum Generalleutnant, 24. März 1732 des Herzogs Franz III. zum Statthalter von Ungarn, 28. Juni 1732 zum Obergespan der Komitate Pest, Pilis und Solt, 8. Juni 1737 zum Generalstatthalter der Nie­derlande und 12. Dez. 1737 zum Generalleutnant; 30. Mai 1690 Verleihung des Goldenen Vließes an Herzog Leopold sowie die Urkunden über die Ver­leihung des königlichen Ranges — königliche Ehren und Titel Königliche Hoheit — vom 12. Okt. 1700 und 19. Sept. 1703; endlich die Urkunde, betref­fend Übertragung der böhmischen Kurstimme auf Franz Stephan 22. Nov. 1740, sowie einige erst 1851 aus dem Ministerium des Äußern ins StA. ge­kommene Urkunden, die die militärische Karriere Franz Stephans betreffen). Der 1926 im StA. verbliebene, durch Ausscheidung der Pergament­urkunden aus den Akten auf etwa 350 Stück ergänzte Urkundenbestand wurde als eigene Gruppe Lothringische Urkunden aufgestellt.1 Zur Er­gänzung sind aber immer noch aus den Akten die dort verbliebenen zahl­reichen alten (meist gleichzeitigen) Urkundenkopien heranzuziehen. So liegen bei den Akten aus Gruppe DI (Bd. II S. 75, 76) Kopien der Heiratsverträge (bzw. damit zusammenhängender Urkunden) zwischen René von Anjou und Isabelle von Lothringen 1418, Franz von Lothringen und Anna von Cleve 1527, Pfalzgraf Friedrich bei Rhein und Dorothea von Dänemark 1535, Franz von Lothringen und Königin Christine von Däne­mark 1540, Wilhelm von Cleve und Maria (Tochter König Ferdinands I.) 1546, Ferdinand von Toskana und Christine von Lothringen 1589, Heinrich von Lothringen und Katharina von Frankreich 1598 (hingegen liegt der im Original vorhandene Heiratsvertrag zwischen Franz von Lothringen und Christine von Salm von 1597 bei den Urkunden), Herzog Wilhelm von Jülich-Cleve und Antoinette von Lothringen 1598—1611 (die kaiserliche Bestätigung der Wittumsverschreibung des Herzogs für seine Gemahlin vom 24. Sept. 1599 liegt jedoch im Original bei den Urkunden), Franz von Conti und Louise von Lothringen 1605, Heinrich von Lothringen und Mar­garetha Gonzaga von Mantua 1606, Florent de Ligne und Louise von Loth­ringen 1618, Gaston von Orleans und Margaretha von Lothringen 1634, 1 Als Repertorium dazu wurde der AB. 308 a angelegt.

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