Inventare Teil 5. Band 5. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1937)

Kabinettsarchiv von Fritz von Reinöhl

Nachlaß Lacy. 245 wendung Anträge zu stellen.1 Peusquens’ vom 4. Dez. 1821 datierter Vor­trag an den Kaiser weist folgende Teile des Nachlasses Lacys auf: „A. 350 Faszikel, welche die Gutachten enthalten, die derselbe in der Eigenschaft eines wirklichen Staats- und Konferenz Ministers über ver­schiedene Gegenstände des Kriegswesens vom Oktober 1774 bis Ende Jänner 1801 erstattet hat. B. 1 Paket unter der Aufschrift: Register und verschiedene Verzeichniße über Schriften, Karten und Plans des FM. Gr. Lacy. C. 1 geschriebenes Buch unter dem Titel alphabetisches Regi­ster über sämtliche Schriften und Plans. D. 4 Kartanel unter dem Titel: Historische Nachrichten von dem 7jährigen Krieg und 1 Kartanel mit historischen Nachrichten von dem im Jahre 1777 (!) ausgebrochenen preu­ßisch-sächsischen Krieg. E. Einige wenige Miszellen den 7jährigen Krieg betreifend und endlich F. 1 Manuskript in französischer Sprache über den 7jährigen Krieg von einem Anonymus.“ 1 2 In seinem Vortrag stellte Peus­quens den Antrag, die unter A genannten Akten der Registratur des Staatrates zu übergeben, das unter B verzeichnete Paket noch weiter im Kabinett zu verwahren, die unter D, E und F erwähnten Schriften an das Kriegsarchiv abzugeben und das unter C angeführte Register zu ver­nichten. Mit Entschließung vom 8. Dezember genehmigte der Kaiser die Vorschläge, deren Durchführung er auch sogleich ins Werk setzte.3 Bald darauf tauchten, wie der Kabinettssekretär Alexius von Varady am 16. De­zember an Peusquens schrieb, „in der unversiegbaren Senkgrube des Ge­heimen Cabinets“4 5 noch andere, gleichfalls Lacys Nachlaß angehörende Schriften auf, über deren Verwendung wieder Peusquens seine Meinung abgeben sollte. Peusquens glaubte in diesen in 21 Pakete gepackten Schrif­ten jene zu erkennen, die von Sumerau als die wichtigsten ausgeschieden worden waren. Peusquens prüfte sie, verzeichnete sie eingehend und be­antragte ihre Überweisung an das StA.3 Noch bevor Peusquens seine Arbeit beendet hatte, beauftragte der Kaiser mit Handschreiben vom 31. März 1822 den Staats- und Konferenzminister Grafen Zichy, auf Grund kommissioneller Beratungen, denen auch Peusquens beizuziehen sei, zu beantragen, was mit diesen Schriften geschehen solle.6 Da die einschlägi­gen Akten in keiner Überlieferung erhalten sind, ist über die Tätigkeit dieser Kommission keine Klarheit zu gewinnen; aus einem vom 1. Juni 1826 datierten Schreiben Zichys an Peusquens darf jedoch geschlossen werden, daß auch dieser Teil des Nachlasses der staatsrätlichen Registratur zur 1 Erwähnt in einem Schreiben Peusquens’ an Zichy 4. April 1822, OAKA. B. II., Lacy. 8 Original nicht erhalten. Eintragung in Kabinettskanzlei Separatprotokoll 1821 ZI. 8065, Abschrift des Verzeichnisses als Beilage zum Schreiben Peusquens’ an Kabinettssekretär Alexius von Varady vom 12. Dez. 1821, OAKA. B. II., Lacy. 3 Handschreiben an Zichy und Bellegarde vom 8. Dez. Kabinettskanzlei Separat-Billeten- Protokoll 1821 ZI. 1129. Siehe auch das in Anm. 1 erwähnte Schreiben Peusquens’ an Zichy. 1 Abschrift, Beilage zu dem in Anm. 1 genannten Schreiben Peusquens' an Zichy. 5 Siehe das mehrerwähnte Schreiben Peusquens' vom 4. April 1822 an Zichy; ein chronologisch geordnetes Stückverzeichnis liegt Peusquens’ Bericht vom 15. Jan. 1822 an Varady bei (OAKA. B. II., Lacy), vier diesen ganzen Bestand erfassende, dessen Ordnung festhaltende Verzeichnisse liegen dem Konzept eines Berichtes Peusquens' vom 20. Aug. 1884 an Zichy bei (ebenda). 6 Kabinettskanzlei Separat-Billeten-Protokoll ZI. 367.

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