Hidrológiai Közlöny 1938 (18. évfolyam)
Noszky Jenő dr.: Maros Imre emlékezete - Horusitzky Henrik: Budapest dunajobbparti részének hidrogeológiája
330 Horusitzky Henrik íungen, Spalten der Erdkruste entstanden, welche ihrerseits Folgen tektonischer Bewegung sind. Meist sind es engere Felsenklüfte mit mehr weniger vertikalen Wänden, deren Richtung den tektonischen Linien folgen. Allgemein ist ihre Mündung mehr hoch als breit, ihr Eingang bei der Mündung meist weiter, als in dessen weiterem Verlauf. Gelegentlich aber, wenn z. B. die Felsspalte infolge einer Rutschung entstanden ist, kann die Höhlenmündung verkehrte Verhältisse aufweisen, die so gebildeten Felsspalten können sogar von oben ganz geschlossen sein. Zu den tektonischen Höhlen Budapests können gerechnet werden die Pálvölgyer Höhle, die Ferencberger Höhle und die Szemlöberger Höhle. Alle drei liegen im III. Bezirk und ihre tektonische Abstammung ist schon aus ihrem Grundriss zu erkennen, indem die Höhlengänge den tektonischen Hauptlinien etsprechend einander kreuzende Spaltrichtungen verfolgen. (Beiliegende Abbildungung verdanke ich Herrn /. Westwinkel.) S. Fig. 9. Seite 88. Die Korrosion spielte bei der Ausbildung der tektonischen Höhlen eine geringe Rolle. Hier entfaltet das Wasser bloss den Anfang seiner lösenden Wirkung, eventuell ist auch das Gesteinsmaterial weniger löslich, z. B. Bryozoenmergel, und so nicht dafür geeignet, dass die Korroiion den tektonischen Charakter der Höhle verwische. Die älteste tektonische Höhle Budapests ist die Pálvölgyer, in welcher auch schon Spuren der Korrosion erkennbar sind. Die Mündung dieser Höhle liegt am südlichen Fuss des Mátyásberges, an der rechten Seite des Szépvölgyer Grabens und entstand im obereozänen Priabonier. in Orbitoiden- und Nummulinenkalk und Bryozoenmergel. Ihren tektonischen Ursprung verraten auf den ersten Blick die gewaltigen steilen Felswände. Die Höhle wurde 1904 in einem Steinbruch entdeckt und dann von der speläeologischen Sektion des Turistenvereins „Pannónia" in Sorge genommen. In 1919 wurde sie auch dem Publikum zugänglich gemacht und hat heute schon grösstenteils elektrische Beleuchtung. Die beiden anderen erwähnten tektonischen Höhlen liegen am Ostbzw. Westende einunddesselben Gebirgsrückens. Die Mündung der östlicheren Szemlöberger Höhle liegt am Nordabhang des Berges auf dem Hausgrund Barlang Strasse No. 8. 220 m ü. d. A. M., im Bryozoenmergel des obereozänen Priabonien. Sie wurde 1930. ebenfalls in einen Steinbruch entdeckt, ist aber heute noch kaum begehbar. Der Eigentümer der Höhle ist Apotheker Miklóssy. Die am Westende des Gebirgsrückens befindliche Ferencberger Höhle liegt am Südabhang desselben, auch im Bryozoenmergel, 260 m. ü. d. A. M. an der Grenze des III. und II. Bezirks, vor dem Haus Törökvészi-Strasse No. 65. Diese Höhle wurde beim Abteufen des städtischen Kanalgrabens im Jahre 1934 entdeckt. Zur Zeit steht die Höhle unter der Aufsicht der speläeologischen Abteilung des