Hidrológiai Közlöny 1924-26 (4-6. évfolyam)
Szakosztályi ügyek - Évzáró ülések és szakülések 1924., 1925. és 1926-ban
ÜBER DIE THERAPEUTISCHE WIRKUNG DER MINERALQUELLEN VON BUDAPEST 121 auch vielleicht noch unbekannte chemische Faktoren, denen das Wesen der Heilwirkung zu verdanken ist. Ohne auf die wichtige Frage näher einzugehen, wie die modernste Wissenschaft die Wirkung der natürlichen Trink-und Badekuren erklärt, erlaube ich mir nur mit einigen Worten darauf hinzudeuten, dass es nach dem heutigen Stande der Wissenschaft auch ohne neue unbekannte Faktoren möglich erscheint, den Unterschied der Wirkungsweise natürlicher und künstlicher Wässer zu erklären. Die moderne Wissenschaft erkannte, dass hinsichtlich der chemischen Wirkung der Heilquellen als Lösungen nicht nur die Menge einzelner Salze von Wichtigkeit ist, sondern auch die Art der Ionen dieser Salze, —das anziehende oder abstossende Verhalten der einzelnen Ionen, — die Wirkung der Ionen auf das Zellenleben des Organismus, — auf die innere Sekretion u. s. w. von Bedeutung sind. Neben dieser Wirkung ist zweifellos auch der Gehalt der Wässer an COa, an Radiumemanation von ganz ausgesprochener Bedeutung und es summiert sich deren Wirkung mit jener, welche die physikalischen Eigenschaften der Wässer ausmachen, — vor allem mit der Temperatur, besonders bei Badekuren. Wir wissen heutzutage, dass natürliche Heilwässer, die in ihnen enthaltenen Substanzen oft viel feiner verteilt enthalten, als künstliche Lösungen, was als von grosser Bedeutung auf ihre Wirkung bewertet werden muss, da der Organismus fein verteilte, langsam, Tag für Tag durch Trinken, oder selbst beim Baden durch die Haut aufgenommene Substanzen besser verwertet, als auf einmal in gröberer Lösung einverleibte Stoffe. Wir wissen, dass es viele Substanzen gibt, — das beste Beispiel dafür sind eben die radioaktiven Substanzen - welche in geringerer Menge als Zellenreiz, — in grösserer Menge jedoch als das Zellenleben hindernd, ja zerstörend wirken. Wir wissen ferner, dass eben radioaktive Stoffe, so wie die Wirkung einzelner Ionen auf dem Wege der Reflexe einen Einfluss auf die Weite der peripheren Arterien ausüben, was für die dadurch entstandene Hyperämie beziehungsweise Ischämie von patho-physiologischem Standpunkte aus von enormer Bedeutung ist. Wenn wir ferner noch in Betracht ziehen, dass alle diese Umstände auf den erkrankten Organismus eine stärkere Wirkung auszuüben pflegen, als auf den gesunden, so glaube ich gezeigt zu haben, dass die Zusammenwirkung sämtlicher Faktoren eine so enorme Variation der Wirkungen ermöglicht, dass dadurch die empirische Tatsache der besseren Wirkung natürlicher Heilwasser vollauf ihre Erklärung findet. Die Wirkung mancher Heilwässer ist leicht und ungezwungen zu verstehen. Hieher gehören in erster Reihe die Bitterwässer, deren purgative und dadurch für den Organismus schädliche Substanzen eliminierende Wirkung selbst für den Laien verständlich ist. Die Bitterwasserbrunnen von Budapest sind die berühmtesten und reichlichsten auf der ganzen Erde. Sie sind unter den Namen Hunyady János-, Franz Josef-, Apenta-, Pálmaetc. Wasser bekannt und bilden einen grossen Ausfuhrsartikel Ungarns. Meiner Überzeugung nach könnten mit diesem Heilwasser durch Erbauen eines guteingerichteten Sanatoriums an Ort und Stelle sehr schöne Erfolge bei Stoff*