„Franciák Magyarországon, 1809” Konferencia II. (Győr, 2012)

Lenkefi Ferenc: Péchy Mihály ezredes, győri várparancsnok ostromnaplója (1809. június 13–22.)

Franciák Magyarországon, 1809 Canonenschüsse auf die Arbeiten gethan, und sowohl von uns als vöm Feinde das kleine Gewehrfeuer unterhalten. Bei Einbruch dér Nacht gieng dér Herr Hauptmann Jakabfi mit etlichen Sappeurs und Infanteristen zum Weissenburger Thor hinaus, um den vor diesem Thor stehenden Heuschober, in die Festung hinein zu bringen, und die noch dort befindlichen Markthütten und Faschinen in Brand zu stecken, wobey zwar die Faschinen angezündet, die Markthütten hingegen wegen dem heftigen kleinen Gewehrfeuer und Stârke des Feindes in selben, nicht in Brand gestecket werden konnten. Diesen Tag wurden durch etliche Mann von der Division Johann Jellachich 100 Stück Lammer vor der Festung gefangen und in selbe hineingebracht. Den 18-t bemerkte man nur wenig feindliche Truppén in der Nahe, defiwegen das Wasserthor auf kurze Zeit geöfnet wurde, um grüne Speisen von Rehfalu und Wasser von der Donau in die Stadt zu bringen. Der Stadtrath wurde ermahnet für Lebensmitteln Untersuchungen anzustellen, und sparsam damit umzugehen, man fand daB die Bürger am meisten Noth hatten am Mehl. Die Fleischhacker erklarten sich zum letztenmal öffentlich Fleisch auszuhauen, und da die Approvisionement Ochsen, die der Magistrat mit den Fleischackern verabredete wegen der schnellen Einsperrung der Stadt, sich nicht einfanden, so wurde von denen erbeuteten einer geschlachtet. Weil man entdeckte, daB französische Officiers auf dem Rehfaluer Thurm sich aufhielten, so wurden 2 Kanonenkugeln dahin abgefeuert, auch sah man dafi einige Schiffe bei der Insel von dem Feinde ausgeladen worden, diese waren wahrscheinlich diejenigen, so friih am 14-t abzugehen beordert wurden, daher dieselben zu beschüssen angeordnet worden, aber die weite Distance nach mehreren darauf gemachten Probeschüssen erlaubte nicht wirksame Schüsse anbringen zu können. Den 19-t bey der Nacht hatte der Feind von Bast. No. 4 et 5. mittelst eines vertieften Weegs eine Parallèle aufgeworfen, ihre Distance vom Kamm des bedeckten Weegs war kaum 50 Klafter, auch errichtete er darin 2 Batterien. Wegen Mangel an Munition und Haubitzen konnte man diese Arbeit nur mit kleinen Gewehrfeuer in etwas verhindern, diesen ganzen Tag wie auch den vorigen wurde von uns gearbeitet, an der Herstellung der Brustwehr in Bast. No. 3 et 4. Friih wurde die Bettung zu einer Batterie nahe an der Spitze der Bast. No. 4. gemacht, so wie auch an der Spitze der Bastion No. 5. allwo Abends das Lusthaufi abgebrochen wurde. Den namlichen Tag wurde die Abbrechung der Sturztram in Stelzerischen Magazin auf der Wasserseite fortgesetzt, das Kleine sowohl als das Kanonenfeuer wurden langsam unterhalten. Der Mangel an Rindfleisch fieng an fühlbar zu seyn, indem der Magistrat schon keines Mehr erhalten hatte, man schlachtete 2 Ochsen für die Truppén, denen taglich Wein und ZugemüB ausgetheilet wurde. Den 20-t bey der Nacht verlângerte der Feind seine gestrige Arbeit legte mehrere Batterien um die ganze Festung herum an, Friih um 6 Uhr schickte derselbe einen Offizier an, die Festung und liefi diese neuerdings zur Uibergabe auffordern, nachdem derselbe aber mit einer abschlágigen Antwort zurück gekehret war, fieng das feindliche Feuer um 8 3/4 Uhr mit Bőmben und Gránátén an, welches von unserer Seite mit Kanonenkugeln lebhaft erwidert wurde, und bis 1 Uhr Nachmittags ununterbrochen fortdauerte, wobey auch sehr viele Cartetschenschufi und Kugeln sowohl auf die Werker als Hauser geschahen. 88

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