„Franciák Magyarországon, 1809” Konferencia II. (Győr, 2012)
Lenkefi Ferenc: Péchy Mihály ezredes, győri várparancsnok ostromnaplója (1809. június 13–22.)
Mannschaft auf den Hauptwall, die Canoniers mit brennenden Lunten bey den Canonen aufgestellt, die den nahenden Feind mit CanonenschüBen empfingen. Von Seite des Feindes wurden nur 2 Granaden vermuthlich zűr Probe hineingeworfen. Den 15-te Juny früh um 6 Uhr schickte dér Feind einen Badenischen Officier mit 3 Mann vor die Festung, und liefí diese zűr Uibergabe auffordern, dér Officier wurde mit verbundenen Augen in die Festung durchs Weissenburger Thor hineingelassen, brachte eine schriftliche Aufforderung vöm Generálén Lauriston, wurde aber mündlich gehörig abgewiesen, worauf man anfing die Stadt heftig mit Granaden und 8 pfündigen auch 16 pfündigen Kugeln zu beschüssen. Das versammelte Dohmcapitel, dér Bischof, Commitat und Magistrat schickten mehrere Deputirte auf den Hauptwall um mich in ihre Mitte zu bitten, die aber von mir samtlich abgewiesen wurden. Das beyderseitige Feuer dauerte bis 10 Uhr Mittags ununterbrochen fort, doch wurden sehr viele Granaden über die Donau bis Rehfalu (Révfalu) geworfen, wodurch dieser Őrt viele Hauser durch den Brand verlohr, unsere Bürger waren in ihren Hausem obachtsam und es zündete diefimal nirgends. Nach 10 Uhr wurde neuerdings ein feindlicher Officier mit dér Aufforderung dér Festung hineingeschickt, welchem die nàmliche Antwort ertheilet wurde, und so fieng um halb 11 Uhr das beyderseitige Feuer aufs neue an, welches von feindlicher Seite um 12 Uhr schwacher, und um 3 Uhr Nachmittags ganz eingestellet wurde. Dér Feind liefi um diese Zeit die Festung zum drittenmal aufordern, worauf ebenfalls eine abschlagige Antwort ertheilt worden. Um 4 Uhr fieng die beiderseitige Canonade aufs neue an, welche bis 8 Uhr Abends dauerte. Um 9 Uhr gieng dér Hl. Ingénieur Hauptmann Jacobfi mit Freywilligen von Sappeurs Corps und dér Infanterie zum Weissenburger Thor hinaus, um die Feinde aus denen hölzemen Markthütten vor diesem Thor zu vertreiben. Dér Fahnrich Zeller von Vucassovich wurde mit einem Détachement von 40 Mann und Hilfe dér bewaffneten Bürger den Feind von Szigeth und Uyváros (Újváros) so lange aïs möglich abzuhalten, beordert, dér aber den anderen Tag, nachdem er den Feind mehrere Mann tödtete, wieder einrückte, er verlohr an Mannschaft 1 Todten und 2 blessirte. Von dieser Zeit wurde von beyden Seiten die Canonade eingestellet, und nur dann und warm von unserer Seite gefeuert. Bey Visitirung dér Munition fand Endsgefertigter, dal? im Magazin nur etwas über 1000 Kugeln vorrathig waren, defiwegen wurde bei schwerester Ahndung verbothen, Kugeln wo anders hin, als auf die feindlichen Batterien zu schüssen. Den 16-t früh um 2 Uhr wurden vöm Feinde mehrere Gránátén in die Stadt geworfen, und auch von unserer Seite hinaus gefeuert, um 5 Uhr Morgens aber wurde das Canonenfeuer eingestellet. Um diese Zeit wurden wieder Freywillige vöm Sappeurs Corps und dér Infanterie zumWeissenburger Thor hinausgeschickt, um die Feinde aus ihren Hinterhalte hinaus zu treiben, wobey ein französischer Officier gefangen, und von unserer Seite ein Sappeur erschossen wurde. Diesen Tag meldete sich dér Herr Obristlieu tenant Értei vöm General Quartiermeister Staab zűr Dienstleistung. Bei dér Brücke am Wiener Thor wurde die Verdammung abgerissen, nachdem schon Tags vorher einige Joche abgeworfen wurden. Den 17-te arbeitete dér Feind an mehreren Orten an Communicationen und Redoutten und Versicherung seines Lagers, von unserer Seite wurden etliche Lenkefi Ferenc: Péchy Mihály ezredes, győri várparancsnok ostromnaplója 87