Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1842 (Pesth)
31 falls als Krieg nnd Unglück verkündend, bemerkt haben. — Daß dieses auch nichts als gewisse natürliche feurige oder leuchtende Lufterschelnungcn waren, die blos die Einbildung zu solchen Schreckbildern gestaltete, bedarf keines Beweises. So meinte man auch, Gott thue in theuern Zeiten Wunder, so z. B., daß er der Armuth auf außerordentliche Art Brod vom Himmel gebe. Man fand in den Bergen sogenannte Mond milch, eine feine, weiße lockere und mehlartige, sehr leichte Kalkerde, die in Höhlen, Felsenritzen und Steinklüften angetroffen wird. — Arme und unwissende Leute nennen sie Berg- oder Himmelmehl und haben sie zum großen Rachtheil für ihre und der Ihrigen Gesundheit gekocht und gebacken. Unter Hexen und Hexenmeistern verstand man Leute, von denen man glanbte, daß ste durch geheime Künste — meist auch mit Hülfe des Teufels allerlei außerordentliche Dinge hervorbringen könnten. — Und je weiter man in die alten Zeiten zurückgeht: desto allgemeiner herrschend war dieser Glaube und desto größer das Ansehen solcher Menschen, die man für Hexen und Hexenmeister hielt. Zu ihnen nahm denn auch das abergläubische nnd einfältige Volk in allen bedenklichen Vorfällen Zuflucht, besonders auch, wenn eS sich darum handelte etwas Verborgenes, z. B. einen Diebstahl herauszubringen — und vor ihnen fürchteten sich oft die Diebe mehr, als vor der Obrigkeit. — Viele Menschen kamen einst genug wider ihr Verschulden in den Ruf der Hexerei, besonders waren es Im Mittelalter alte, betagte Mütterchen, die, vielleicht, weil ste etwas Unheimliches an sich hatten und ein ganz einsames, zurückgezogenes Leben führten, von dem Volke als Hexen verschrien, als solche sogar vor Gericht gestellt und zum Tode verurtheilt wurden. — Viele sogenannte Hexenmeister waren offenbare Betrüger, und prellten daS arme Volk um sein bischen Eigenthum. — Noch Andere bildeten sich ein, Hexen zu sein, und glaubten, wenn sie erst irgend ein betäubendes Getränk genossen, oder sich den Körper mit gewissen, auS narkotischen Kräutern gekochten nnd nervenreizenden Salben ekngerieben, hatten sich in der That in fremde Regionen, z. B. auf den Blocks- berg, verseht, und wollten, wenn sie von ihrer Betäubnng erwachten, während ihren vermeintlichen Abweseuheit Wunderdinge gesehen haben — wie solches aus den Ergebnissen förmlicher gerichtlicher und ärztlich-polizeilicher Untersuchun- ,en deutlich erhellet. Eine hteher gehörige Geschichte ist folgende: G . war auf einem Dorfe, als er einen Haufen Bauern sah, die einen Schäfer gebunden und geknebelt brachten. Er frug, was dieser Mensch gethan hätte. „Mein Herr," antwortete ihm einer, „er ist ein Hexenmeister, und wir wollen ihn der Gerechtigkeit überliefern/' G. wollte hier selbst ntersuchen, und befahl den Bauern, diesen Menschen z» ihm zu bringen. Sie gehorchten. „Freund," sagte G. zum Hexenmeister, da er mit ihm allein war, du mußt mir aufrichtig gestehen, ob du ein Bündniß mit dem Teufel hast, aber läugne nicht, du machst dadurch die Sache schlim- mer." „Mein Herr," antworte dieser, ich gestehe, daß ich alle Lage, ln die Versammlnng der Hexen komme. Einer von meinen Freunden hat mir den Saft gegeben, welchen man einnehmen muß, uud ich bin seit 3 Jahren unter die Zauberer ausgenommen. Ueberhaupt redete der Schäfer von den Teufeln so, als wenn er wirklich täglich mit ihnen in Gesellschaft gewesen wäre. „Höre/' sagte G., „du mußt mir die Arznei zeigen, welche du einnimmst, wenn du in die Versammlunggehst; ich will dich diesen Abend dahin begleiten." „Das können Sie," antwortete der Schäfer, „sobald es Mitternacht sein wird." Als die Mitternachtsstunde kam, sagte G.: Nun die Zeit unserer Abreise ist da." Da nahm der Schäfer eine Büchse aus seiner Tasche, darin er Opium hatte, (eine Materie, die erst lustig, dann schläfrig macht und lebhafte Träume verursacht) er nahm für sich in der Größe einer Nuß, nnd gab dem G. eben so viel, indem er sagte: „Dies müssen Sie einnehmen, und hernach sich unter den Schornstein legen. Dann wird der Teufel in Gestalt einer großen Katze kommen, und Sie in die Versammlung führen." Dabei versicherte er, daß die Zauberer gewohnt wären, auf solche Art zn reifen. G. nahm die Salbe an, stellte sich aber, als könne er sie nicht einnehmen, wenn er sie zuvor nicht in etwas wohlschmeckendes gewickelt hatte, ging in die Kammer, nahm Backwerk, legte Oblaten darauf und sagte, da er wieder zum Schäfer kam: „Nun bin ich bereit dir zu folgen/' „Wir wollen uns beide auf den Boden legen," antwortete der Schäfer, „und so einnehmen." Beide streckten sich nun auf die Erde unter dem Schornstein hin. G. aß sein Backwerk, der Schäfer sein Opium. Kaum waren einige Minuten vorbei, so schien dieser außer sich zn fein, wie ein Betrunkener, schlief ein, und redete tausenderlek Narrheiten, Nachdem er über vier Stunden so geschlafen hatte, erwachte er und sagte zu G.: „Nun, Sie müssen mit der Art, wie Sie der Bock ausgenommen hat, zufrieden sein. Es ist eine große Ehre, daß er Sie gleich den ersten Tag ihrer Aufnahme zngelaffen hat, ihm den Hintern zu küssen." G. bedauerte den armen Mann außerordentlich, gab ihm vor's erste seine Freiheit, und machte, daß er von seinem Jrrthum befreit wurde, denn er gab kn seiner Gegenwart einem Hunde von dem Opium ein, welcher sofort ein- schlief, Verzuckungen hatte, winselte und bellte, wobei er den Schäfer belehrte. Komisches. Der Eckensteher Ranke. (Eine Berliner Scene.) Nante. (sitzt auf einem Steine an einem Eckhause nnd trinkt aus seiner Schnapsflasche.) Aaach, bet schmeckt k det schmeckt, als wenn EenerEchnapS drinkt, un erschmeckt ihm. So, nu Hab ick jefrühstückt, nu wer' ick mir mal de Welt ansehen, ob noch AllenS in Ordnung is. (Er steckt die Schnapsflasche in die Seitentasche nnd sieht sich um.) Himmel is da, is oben, de Erde is hier, un de Destlalions- Anstalt is drüben: Welt, jetzt kannste wieder loSjehen! —