Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836. - Manningfaltigkeiten

21 % zum Nutzen und Vergnügen für die Besitzer dieses Kalenders. Maus wirthschakt. Vorschrift zu einem Anstriche, womit man dem Eisen ein goíbartigcé Aussehen geben kann. Ein Chemiker in Waschington hat folgendes Rccept zur Vcrferkigung bekannt gemacht. Man nehme 3 Unzen Leinöhl, 2 Unzen Weinstein, 2 Unzen hartgesottenes Ei­gelb , i Unze Alöe, 5 Gran Safran und 2 Gran Curcume, siede alles zusammen in einem irdenen Topfe nnd wasche endlich das Eisen mit der auf diese Weise erhaltenen Flüs­sigkeit. Sollte das Leinöhl nicht genügen, so kann man wohl auch etwas mehr davon zusetzen. Aufbewahruug der Bienen im Winter. Beinenzüchter, welche keinen geeigneten Raum zur Aufbe­wahrung ihrer Bienenstöcke im Winter haben, thun am besten, wenn sie dieselben an einem trokenen Orte so tief unter die Erde vergraben, daß kein Frost zu denselben gelangen kann. Man braucht die Stöcke mir mit etwas Stroh zu belegen, eh man die Erde darauf gibt. Die Stocke er­halten sich vollkommen gut, und der Honig Vorrath erlei­det keine Verminderung. Mittel gegen Raupen Verheerungen. Bei windstillem Wetter lege man um den Fuß der Bäume ei­nen Haufen kleines Stroh mit Schwefelfaden oder kleinen Stückchen Schwefel vermischt, zünde es an und werfe da­mit es keine Flamme sondern nur einen dicken Rauch gibt, von Zeit zu Zeit ein wenig angefeuchtetes Stroh darauf. Schon nach einer halben Stunde dieser Räucherung fallen alle Raupen vom Baume in das Feuer und verbrennen. Nvthigenfalls muß dieses Verfahren wiederholt werden. Mittel, Nutzzwiebeln zu erhalten. Wer große Nutzzwiebeln haben will, soll im Winter die Zwiebeln unter einen geheizten Ofen legen, so daß sie fast austrvknen. Im Frühjahre werden sie gesteckt und treiben dann keine Eteu-el, sondern verwenden allen Sast auf ihre Knollen, und werden gegen ein Pfund schwer. Pöckelsteisch in 24 Stunden zu erhalten. Salz und Wasser hahcn eine außerordentliche Neigung ge­neinander , welche die Chemiker, Verwandtschaft nennen. Man fülle also ein Gefäß bis ziemlich an den Rand mit reinem Wasser (Regen oder Flußwasser ist das beste), lege ein Paar Holzstäbe kreuzweis darüber und darauf das Fleisch, und zwar so. daß es ungefähr 1 Zoll von dem Wrsser absteht. Hierauf thue man so viel Salz auf das Fleischstück, als darauf bleiben will und lasse es 24 Stun- den stehen. Wird nach dieser Zeit das Fleisch weggenorrn men und gekocht, so wird es eben so schmecken als sey eS 6 Wochen eingepöckelt gewesen. Nutzen des Chlorkalks in der Haus- wirthschaft. Die neuere Zeit hat das Verdienst, eine Menge Verbindungen mineralischer Säuren mit andern Körpern entdeckt zu haben, welche wohlfeil herzUstellcn sind, aber dennoch außerordentlichen Vortheil für die Haushaltung, Gewerbe, Fabriken und Gesundheit geben. Unter den wichtigsten Präparaten der Art hat sich seit ei­nigen Jahren der Chlorkalk vornehmlich ausgezeichnet.' Giebt es ein Mittel, wodurch, der Peststvff vernichtet wird, so ist es der Chlorkalk. ’ In den russischen Spitälern hat er sich als Vorbanungsmittel gegen die Pest, als Reini­gungsmittel der Pestkrankensäle, der Kleidungsstücke, als das vorzüglichste<sArzneimitttl erwiesen. In Egypten trotz­te der französische Arzt Pariset mit wahrhafter Tollkühn­heit der Pest, indem er Hemden und Kleider von Pest­kranken anlegte, nachdem er die erster» hatte mit einer Chkorkalklauge reinigen lassen. Dasselbe that ein Gefähr­te von ihm und beide haben keine nachtheiligen Folgen ihres Muthes wahrgenommen. Man hat Hoffnung, in Zukunft von keinem Spitakfieber mehr zu hören; zum Mindesten kann es nie so verderblich werden, wie es 1813 war, wenn man Gebrauch vom Chlorkalk macht, und die­sem steht nichts entgegen, weil er eben so wohlfeil als leicht zu bereiten ist. Das Verdienst dieser Entdeckung gebührt, scheint cs, einem Deutschen, einem Apothekerin Augsburg. Das Verdienst, ihn in allgemeine Anwendung gebracht zu haben, haben sich die Franzosen zu erwerben - gewußt. Mit dem Chlorkalke hat man nun das Geheimniß er- | funden , schnell und spvttwvhlfeil und ohne Nachtheil für ' die Gesundheit allen Übeln Geruch zu verscheuchen, alle | Krankenzimmer und Geräthe zu reinigen und tausend häus­liche Vortheile zu erreichen , so wie in Fabriken den man- nichfaltigsten Gebrauch zum Bleichen-, Reinigen der Stoffe ; u. f. f. zu machen. Kochsalz, eben so Braunstein und gelöschter Kalk, i sind wohlfeile Stoffe. Im Großen ist daher die Berci- | tung des Chlorkalks so weit gediehen. daß das Pfund beim Verkaufe in Zentnern, kaum 16 —18 Kreuzer kostet. / In Hinsicht des Preises steht daher dem allgemeinen Ge­brauche nichts entgegen und io kommt es nur darauf an, daß Bürger und Landmann fleißig und ordentlich Gebrauch j davon machen. Dazu sind sie in öffentlichen Blättern gar oft aufqerufen worden, aber die wenigsten wissen wohl die ordentliche Gebrauchsart, und unser Zweck ist, von dieser, { wie von den vorzüglichsten Fällen zu sprechen, wo der j ! Bürger und Landmanu sich seiner bedienen können.

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