Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833. - Manningfaltigkeiten

39 Neue Charge. Die für die königlichen Laqnaien, Stattleute u. s. w. bestimmte Krankenanstalt zu Dresden heißt die Hospitalienburg. Ein dort befindlicher Kranker reichte eine Bittschrift um Unterstützung ein und unter­schrieb sich: »Königs. Sächsischer Hofpati'ent.» Die Theilnahme. Der Herr v« äk. wollte eine Dame besuchen. Kaum tritt er in ihr Zimmer, so springt das Schoßhündchen ans ihn zu, und beißt ihn bis auf den Knochen in Fuß hinein: »Ach, schrie sie,» wird das meiner kleinen Diana nicht schaden?» Die dreizehn Armen. Eine Person wollte dreizehn Armen eine Almosé geben, sie hatte aber nur 12 Thaler, und wollte doch einem Jeden mit einem Thater beschenken, denjenigen ausgenommen, der noch zu arbeite« im Stande wäre; aber sie wünschte, daß cs den Anschein habe, als wäre der Zufall Ursache, daß er durchfiele. — Auslösung. Man ordne in einem Kreise dreizehn Karten oder Rechenpfennige, welche die dreizehn Armen vorstetten sollen; zähle von 1 bis 9 indem man immer ans der nämlichen Seite herumgeht und jeden neunten, welchem man einen Thaler gibt, aus der Reihe heraus- trcten läßt, so findet cs sich, daß der eitfte. von dem an gezählt, wo mau angefangen hat, der letzte bleibt und folglich nichts bekommt. Wenn aber nur 12 Arme und 11 Thaler zu vcrtheilcn wären , so müßte mau bei dem anfan­gen, welcher dem Auszuschließenden vorgeht. Drei Personen sollen einen Dreifuß anfaßen, und ihn doch nicht von der Stelle bringen können. Diejenigen Personen, welche das probiren wollen, bittet man, sie möchten sich bücken, ihre Hände von hinten durch ihre Beine stecken, und so den Dreifuß von der Stelle tragen. Sie werden sich vergebens bemühen, da jeder Versuch des Einen, dieß zu bewerkstel­ligen, die Andern zum Fallen bringt. E h e h e r r l i ch e Bitte. We nn Händen, Hüte Dich beglücken, Ich gebe Geld dir gern zum Kauf, Du magst dein Haupt mit Allem schmücken Nur setze nie dein Köpfchen auf. Der belohnte A m t m a n n. Ans der Stadt ritt einer durch ein Dorf, wo der Amtmann mit einer Pfeife Tabak auf der Straße stand. Er grüßte ihn und fragte, um welche Zeit es wohl wäre? Der Amtmann, grob wie ein Bauer, antwortete: Es ist um die Zeit wo man die Ochsen zur Tränke führt. Und sie stehen noch hier? ant­wortete jener und ritt fort. Die kle i n e N a se. Ein Mann mit einer kleinen Nase niesele. Die Umstehenden sagten wie es gewöhnlich ist: Wohl bekomms ! Einer aber sagte: Gott erhalte Ihnen Ihr Gesicht. Warum das ? fragte der welchem der Wunsch galt. Je nun, weil ihre Nase nicht geeignet wäre, eine Brille zu tragen. A u f e i n c n st o t z e n D u m m k o p f. He rr Dorvin ist ein doppelt dummer Wicht. Denn erstens ist er dumm und zweitens weiß éré nicht. D i e s ch n e l l e N i e d e r k u n f t. Vier Wochen nach der Hochzeit brachte eine junge Ehefrau ihrem Manne einen gesunden und muntern Knaben. Bei meiner Seele, sagte dieser, und nahm ihn auf denArmen, der Junge muß Postillon werden, er wird immer geschwinder kommen als andere Leute. Der Besitzer eines Hauses und eines Weibes. Ich nahm ein Haut» und dachte mir Gewiß gefallt dies Haus wohl Allen.'.. Und seht dies Haus gefallt nur mir. Ich nahm ein Weib und dachte mir: Ge wiß wird's Dir allein gefallen. . . Und seht dies Weib gefällt nun — Allen. Der Zerstreute. Der berühmte Senkenberg war oft außerordentlich zerstreut. Als er einst in seiner Biblio­thek hoch auf einer Leiter stand, um ein Buch nachzuschlagen, trat einer seiner Freunde herein. Senkenberg, in Gedanken, daß er auf ebener Erde stehe, wollte seinem Freunde ent­gegen taufen , und fiel die Leiter herunter. Er wurde zu einer Zeit, als seine Frau in Wochen lag, in ein vornehmes Haus zu Tische gebeten. Bei der Suppe stand er, in der Meinung, daß die Gesellschaft bei ihm sey, ans, und sagte ganz laut: Sie werden mich entschuldigen? meine Damen und Herrn, daß die Suppe so schlecht ist, aber meine Frau liegt in Wochen. Wasser u n d W e i n. Du kannst in Wasser dein Antlitz seh'rsi. Im Weme des andern Herz erfpäh'n. D i e f l e i ß i g e n R ä n b e r. Als Herr von Ferón schon um 5 Uhr Abends von Räubern überfallen wurde, sagte er zu Ihnen : »Meine Herrn! sie fangen heute zeitig an!» Der l e i ch t e T o d. Jemand sagte von einem jun­gen aber geistlosen Menschen, der eben im Hinscheiden tag: »Er wird eines leichten Todes sterben, denn er hat nur wenig Geist aufzugeben.» Das unzerstörbare Lager. Ein Cvrporal, der auf der harten Erde lag, sagte: »Nur ein Erdbeben kann mein Lager zerstören.« Die Lustreise. Jemand hatte den Einfall eine Lustreise von fünf bis sechs Stunden zu machen, um den erscheinenden Kometen auch von rückwärts zu sehen. Rath für einen Narren. Wohin. o sagt mir soll ich geh'n? Um keinen Narren mehr zu sehn Verschließ dich in dein Kämmerlein. Doch schlag erst deinen Spiegel ein! DerHerzog von Bo ui tton, dem König Ludwig XIII. das Verbrechen einer Verschwörung verziehen hatte, begeg­nete dem Herrn von Valette, welcher zu ihm sagte: »Wohl dem, dem die Uebertrctnng vergeben ist.« Da aber Herr Valette im Verdacht einer noch unentdeckten Verschwörung war, antwortete der Herzog schnell: »Und deren Misscthat verdeckt ist.»

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