Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833. - Manningfaltigkeiten

31 Wachs schnell zu bleichen. Man schmelze gelbes Wachs in einer verzinnten Pfanne, und gebe etwas starkes Feuer, bis das Wachs anfängt zersetzt zu werden, worauf die Pfanne abgcnommen und heißes Wasser darauf gegossen wird, wo­mit man es ungefähr 6 Minuten kochen läßt. Nachdem es erkaltet ist, wird es mit eben soviel kochendem Wasser, als sein Gewicht beträgt, von neuem flüssig gemacht, und in einem steinernen Gefäße mit einer Keule so lange unge­rührt, bis cs erstarrt; worauf cS ziemlich weiß erscheint. Um demselben den höchsten Grad von Weiße zu geben, darf man es nur in dünnen Massen eine Nacht dem Thau aussctzen. Vergoldung des Silbers ohne Feuer. Silber kann man auch noch ans nachstehende Arten, ohne Feuer vergolden: Man löse Gold in salpctrigtsaurer Salz­säure. (Königswasser) auf, und tauche linnewe Lappen in diese Auflösung. Diese Lappen verbrenne man und hebe die Asche davon sorgfältig auf; sie ist ganz schwarz und viel schwerer als andere Asche. 2(itf dem Silber, das nun ver­goldet werten soll, reibe man diese Asche hin und her, wozu mau die Finger, oder ein Stück Leder oder Kork nehmen kann. Hiedurch wird die Oberfläche des Silbers mit den Gvldtheilchen überzogen, wovon man aber nichts gewahr wird, wenn man sie abwascht - was nothwendig ist. Wenn man sie aber nach dem Abwaschen mit dem P o liest ah l bear­beitet , so kommt die Vergoldung sogleich zum Vorschein. Dieses Verfahren ist sehr leicht und erfordct wenig Gold. Vergoldung des M e s s i n g s. Messing zu zar­ten Instrumenten läßt sich auf folgende Art vergolden, die aber chemische Kenntnisse vvranssetzt. Man verschaffe sich eine gesättigte Gvldauflösung, lasse sie bis zur Dicke eines Oehls verdampfen und hierauf crystalliflrcn. Die erhaltenen Krystalle löse man im reinen Wasser auf, tauche die zu vergoldenden Sachen hinein, und bearbeite sie dann mit dem Polirstahl. Diese Arbeit nimmt man so lange vor, bis die Vergoldung so schön ist, als man sic wünscht. Die Auflösung der Krystalle von salpctrigtsaurem Gold (d. h. Gold im Königswasser aufgel st), ist der bloßen Aus­lösung des Metalls darum vorzuziehcn, weil in der letzten immer ein Theil der Säure frei bleibt, welche die Ober­fläche des Kupfers oder Messings mehr oder weniger an­greift, und ihren Glanz verdirbt. F e n e r s eh w a m m als Elektrizitätsleiter. Man hat kürzlich die Beobachtung gemacht, daß gewöhn­licher Zündschwamm (vom Agaricns der Eiche,) der Etck- tristr-Maschin die Elcktricitat eben so schnell, ja selbst schneller, als eine metallene Spitze entzieht. Die vielen Fa­sern, die et auf der glatten Seite hat, und die sich, wenn man ihn der Elektristr-Maschiue nähert, aufrichten, sind die Ursachen hiervon: denn näßt man ihn, so bleiben sie angeklebt und er enzieht die Elcktricitat weit weniger. O e h l f ü r 1t Í) r w erk e. Das beste Ochl für Uhr­werke ist der Bcstandthcil des Oehls, den man Elaine genannt hat, und den man auf folgende Art erhalten kann. Man nimmt reines Ochl, oder auch thicrisches Fett, be­handelt es mit dem sieben- bis achtfachen seines Gewichts siedenden Weingeist, gießt die Flüssigkeit ab, und läßt sie erkalten. Das Stearin scheidet sich als krystallinischer Niederschlag aus. Dann dunstet man den Weingeist bis auf das Fünftel seines Umfangs ein und erhält hierdurch das Elaine. Dieses muß färb-, geschmack- und geruchlos seyn, auf Lackmus keine Wirkung äußern, die Dicke vom weißen Olivenöhl besitzen, und leicht dick werden. Bis jetzt gebrauchte man vorzüglich Olivenöhl zu Uhren. Um die Güte und Anwendbarkeit desselben zu prüfen, räth Re- villon, Uhrmacher zu Mayvn, auf eine plattpvlirte kupfer­ne Platte, kleine Grübelchcn zu machen, und in ein jedes einen Tropfen Oehl von den verschiedenen Sorten, deren Güte man prüfen will, zu gießen. Das, welches das Ku­pfer am spätesten oxydirt, ist das beste. Feuchte Wände in Z i m m e r n z n v e r h ü- te n. Die feuchte Wand wird mit äußerst dünnen Blei- platten überzogen, und von feinen Drahtspitzen von Kupfer, die nicht rosten, festgenagelt. Nun kann man ohne die min« deste Besvrgniß sogleich das Zimmer tapeziren. Das Mit­tel hat sich so bewährt, daß sogleich in England eine Blei- platten-Fabrik angelegt ward. Sie werden von gleicher Dünne verfertigt, wie man sie zum Füttern der Theebüch- seü und Tabaksdosen braucht, und von derselben Länge und Breite, welche die Papiertapeten zu haben pflegen, und man verkauft sie um billigen Preis. Sie lassen keine Feuch­tigkeit durch. Es fragt sich indessen, ob ein mit Blei ansgefüttertes Zimmer nicht Nachtheil auf die Gesundheit hat; (man erinnere sich auf die Bleikammern, in welche Ve­nedig die Gefangenen, deren Tod es wünschte, einschtoß.) Ans jeden Fall wird mit Thonseise getränktes Papier, das am Rhein zu diesem Zwecke verfertigt wird, vorznzicheu seyn. Sollte dieses aber denselben Zweck nicht erfüllen, so wäre Zinn oder Zinkblech der Gesundheit zuträglicher. 9t a nkin zu f ä r b e n. Buchers Verfahren hiezu , wofür er sich 1808 ein französisches Patent geben ließ, besteht darin, daß er die Banmwollcn-Strähne im Flußwasser, das auf 100 Kilogramme 10 Liter Aetzlauge statt der Pottasche enthält, drei Stunden kochen laßt, und dann drei Stunden lang unter öfterem Umwenden, in ein kaltes Bad legt, das halb ans Regenwasser und einem gelben Bade aus Eiscnrcst besteht, zu dem man eine Auflösung des Wassers in der Salpetersäure und ätzende Lange, und auf 50 Kilogramme Baumwolle, 2j Kilogr. Alaun, und 1 K. Bleizncker setzt. Nachher wäscht man die Baumwol­le in Flußwasser aus, und bringt sie zwei Stunden lang in eine Kufe mit Flußwasser, die auf 50 Kilogr. 500 Gram­me Elsässer Krapp und Gallapfelauszng, mit weißen Wein- bercitct, enthalt, worauf die Baumwolle in Flußwasser ausgewaschen und au der Sonne, der Luft oder in Stuben ge­trocknet wird. M i t t c l, die Schminke auf den Bühner: entbehrlich z n m a ch e n. Es ist ein Wunder, daß man nicht früher schon darauf verfallen ist, da cs so leicht ist. Tie Ursache, warum das Kerzenlicht so blaß macht, liegt

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